Neujahrsempfang von Elke Büdenbender für die Partner der in Deutschland akkreditierten Diplomaten im Schloss Bellevue. Foto: Thilo Rückeis
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„Wir Frauen können alles, was Männer auch können“ Elke Büdenbender empfing Diplomatenpartner im Schloss Bellevue

Am Dienstag lud Bundespräsident Steinmeier zum Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps. Am Donnerstag hieß Elke Büdenbender deren Partner willkommen.

So schöne Kleider gibt es selbst im Schloss Bellevue selten zu sehen. Am Donnerstag empfing die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, Angehörige der hier stationierten Diplomaten. Afrikanische und asiatische Botschafterfrauen trugen einige der eindrucksvollsten Gewänder, die ihre Länder aufzubieten haben. So setzten sie einen starken Kontrast zum streng ritualisierten Neujahrsempfang des Bundespräsidenten zwei Tage zuvor.

„Wir Frauen können alles, was Männer auch können“, sagte Büdenbender in ihrer Ansprache und richtete sich damit an die Botschafterfrauen, die gegenüber den männlichen Diplomatenpartnern noch immer in der großen Überzahl waren. „Wir gehen die Dinge nur manchmal anders an, um ans Ziel zu gelangen.“ Gerade in einer Welt, die zunehmend in Unordnung gerät, wird die Arbeit des Berliner Diplomatenclubs beim Auswärtigen Amt „Willkommen in Berlin“ immer wichtiger, der mit seinen Mitgliedern vertreten war.

Die Präsidentin, Alix von Studnitz Nell, weiß als Diplomatenfrau aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, am Anfang in einem fremden Land Fuß zu fassen. In den Interessengruppen für die Angehörigen wird nicht in erster Linie über Politik geredet, sondern über persönliche Interessen wie Tennis oder Kunst.

Das Modell steht längst auch Pate für ähnliche Organisationen in anderen Ländern. „Lernen Sie einander kennen“, lud die First Lady ihre Gäste ein, die sie als „ehrenamtliche Botschafter“ ansprach. Um die Gelegenheiten zum Netzwerken zu erweitern, hatte sie auch Repräsentanten der Organisationen geladen, deren Schirmherrin sie ist, vom Müttergenesungswerk etwa, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung oder der Bildungsinitiative „Teach First“.

Die Menschen machen die Welt

Mit dabei waren Neuankömmlinge, wie die Frau des iranischen Botschafters, aber auch erfahrene Berlinerinnen, wie Lady Sirinat Wood, die Frau des britischen Botschafters, die geduldig Fragen nach dem Königshaus beantwortete. In diesem informellen Kreis gab es viele Gelegenheiten, miteinander in Kontakt zu kommen, zum Beispiel beim gemeinsamen Posieren für Fotos, eine Leidenschaft, die es in allen Ländern zu geben scheint, egal wie unterschiedlich sie sonst auch sein mögen.

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Die bunte Herzlichkeit, mit der sich die Gäste austauschten, zeigte, wie gute Schwingungen zustande kommen, die sich positiv auf Beziehungen zwischen den Ländern auswirken können. „Nicht die Welt macht die Menschen, sondern die Menschen machen die Welt“, mit diesem aufmunternden Aphorismus hatte Elke Büdenbender ihren Empfang begonnen.

Als wichtigen Schwerpunkt ihrer eigenen Arbeit im kommenden Jahr nannte sie die digitale Transformation. Sie freue sich über jede Unterstützung, sagte sie und öffnete damit Türen für weiteren Austausch. Manche Botschafterfrau, die zum ersten Mal dabei war, wollte dem Club sofort beitreten. Gemeinsame Interessen zu entwickeln, ist schließlich der erste Schritt, um die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

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