Am Dienstagnachmittag ging an den Computern des Kammer- und Landgerichts nichts mehr. Felix Kästle/dpa
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Update Wieder IT-Panne an Berliner Gerichten Richter können nicht arbeiten – „Performanceprobleme“ an Computern

Erneut erlebt die Berliner Justiz eine größere IT-Panne. Die Computer der Richter sind am Dienstag reihenweise ausgefallen.

Am Dienstagnachmittag hatten die Richterinnen und Richter am Kammer- und Landgericht sowie an den Amtsgerichten die Nase voll. Nichts ging mehr, arbeiten am Computer, Verfahren zu Straftätern bearbeiten war unmöglich. Nicht wenige verließen das Büro.

Von einem Problem mit einem Update des Betriebssystems Windows10 in der vergangenen Woche war in der Richterschaft die Rede.

Justizstaatssekretärin Daniela Brückner meldete sich später in einer internen Email zu den Problemen. Sie wolle darüber informieren, „dass es zurzeit in der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu Performanceproblemen kommt“.

Berlins IT-Dienstleiter, „das  ITDZ, das die IT-Umgebung der ordentlichen Gerichtsbarkeit zentral betreibt und verwaltet, hat Maßnahmen zur Fehleranalyse und- beseitigung eingeleitet“, schrieb die Staatssekretärin.

Die Justizverwaltung bestätigte dem RBB, dass große Teile der Rechner regelmäßig abstürzen. Es scheine sich um ein Kommunikationsproblem zwischen Rechnern und Servern zu handeln.

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Erstmals war das System nach der Umstellung auf Windows10 am Donnerstag zusammengebrochen. Am Wochenende versuchte das ITDZ das Problem zu beheben, scheiterte aber. Betroffene Mitarbeiter in der Justiz berichten, dass der Bildschirm am PC einfriere. Inzwischen soll es Überlegungen geben, wieder auf die alte Windows95-Umgebung zurück zu wechseln. 

Das ITDZ arbeite mit einer 40-köpfigen Task Force an der Lösung des Problems. Hinweise auf einen Cyberangriff mit dem Trojaner „Emotet“, der vor fast einem Jahr das Kammergericht lahmgelegt hatte, gebe es nicht. Die Gerichte seien aber wegen der Probleme nur eingeschränkt arbeitsfähig.

Ironie der Geschichte: Der Cyberangriff war erleichtert worden durch laxen Umgang mit Sicherheitsregeln – und weil das Kammergericht sein IT-System selbst verwaltet hat. Als Konsequenz aus dem Cyberangriff übernahm das ITDZ das System. Das hat nun selbst Probleme – ein Jahr nach der Trojaner-Attacke.

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