Streikende Arbeitnehmer der Berliner Verkehrsbetriebe. Foto: picture alliance/dpa
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Update Warnstreik am Donnerstag Die Folgen des BVG-Streiks – hier ist der Service

Die BVG-Busfahrer streiken. Welche Linien fahren trotzdem? Alternativen? Was ist mit TXL und S-Bahn? „Es tut uns leid für die Fahrgäste“, sagt die BVG-Chefin.

Der nächste BVG-Streik von Verdi hat am Donnerstag begonnen. Mit Betriebsbeginn bei der BVG ist es losgegangen. Der Ausstand dauert nicht nur ein paar Stunden, sondern den ganzen Tag. Wir begleiten die Entwicklungen im Newsblog. An dieser Stelle finden Sie den Service: Welche Busse fahren doch noch, welche Alternativen gibt es und wie kommt man trotzdem zum Flughafen Tegel?

Was erwartet die BVG? Keine U-Bahn? Keine Straßenbahn? Dort wird nicht gestreikt. Diesmal wird der BVG-Busverkehr lahmgelegt - und damit wird vor allem der Stadtrand von Berlin getroffen, wo Pendler nicht so einfach zum nächsten Bahnhof und damit auch nicht ins Büro kommen und Kinder auch nicht in die Schule. "Unsere Fahrgäste müssen sich nach der Ankündigung leider auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen", heißt es in einer ersten Stellungnahme aus der BVG-Zentrale. "Laut der Ankündigung der Gewerkschaft soll der Omnibusverkehr am Donnerstag von Betriebsbeginn (ca. 3:30 Uhr) bis 22 Uhr bestreikt werden."

Wie reagiert die BVG-Chefin? "Es tut mir leid für unsere Fahrgäste", sagte BVG-Chefin Sigrid Nikutta am Mittwochmorgen. Mehr Reaktionen lesen Sie unter diesem Tagesspiegel-Link.

Was sind die Folgen für den BVG-Busverkehr? Die Auswirkungen werden enorm sein, weil ganze Stadtteile schwer bis gar nicht zu erreichen sind. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Busse stillstehen werden und der Verkehr auch nach Beendigung des Warnstreiks noch einige Stunden unregelmäßig sein wird." Der Normalverkehr wird also erst am Freitag wieder stattfinden.

Welche BVG-Buslinien fahren? Am Stadtrand sind oft Sub-Unternehmer im Auftrag der BVG unterwegs. Heißt: Sie werden fahren - wie beim letzten Streik auch. "Folgende von Subunternehmern betriebene Buslinien werden während des Warnstreiks voraussichtlich komplett fahren: 106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 390, 399. Folgende Linien fahren mit leichten Einschränkungen: 112, 140, 184, 283, 370 und 893."

Gibt es alternative Buslinien? Am Stadtrand fahren oft auch Linien aus dem Umland zum nächsten S- oder Regionalbahnhof. Zum Beispiel die Linie 638 von Potsdam quer durch Spandau zum Rathaus. Diese Linien werden regulär im Einsatz sein und sind eine dankbare Alternative.

Fahren S-Bahn und Regionalbahn? Ja. Zusatzzüge, wie beim vorherigen Streik, wird es allerdings nicht geben, "da ausschließlich die Busfahrer der BVG in den Ausstand gehen, die U- und Straßenbahnen aber fahren. Die Busse bedienen vor allem jene Strecken, die vom S- und U-Bahnnetz nicht abgedeckt werden", heißt es von der S-Bahn-Sprecherin Sandra Spieker. Beim vorherigen BVG-Streik organisierte die S-Bahn 60 Zusatzfahrten. Es gab viel Lob: Beim letzten Mal hielten sie dank zuverlässiger Arbeit den Takt - und somit den Berufsverkehr aufrecht. Viele Baustellen - etwa auf der Linie S7 zwischen Westkreuz und Potsdam ("Ersatzverkehr") - beginnen erst nach dem BVG-Streik am Donnerstag, 22 Uhr.

Ist der Flughafen Tegel zu erreichen? Keine U-Bahn, keine BVG-Bus, keine Straßenbahn ... Stand am Mittwochmorgen: Nein, der Flughafen TXL wird nur mit dem Auto oder Taxi zu erreichen sein. Die Flughafengesellschaft setzt jedoch auch wieder Shuttle-Busse ein. Die werden vom Jakob-Kaiser-Platz abfahren, nicht wie beim vorangegangenen Streik vom S- und U-Bahnhof Jungfernheide. Das teilte der Flughafensprecher Daniel Tolksdorf mit. Vier Busse werden im Einsatz sein. Abgefahren wird, sobald der Bus voll ist. Das habe letztes Mal gut funktioniert, sagte Tolksdorf.

Am Flughafen selbst werden, zusätzlich zum normalen Servicepersonal, 20 zusätzliche Mitarbeiter vom "Airport Care Team" die Reisenden informieren. Allerdings sollten Menschen, die Donnerstag nach Tegel müssen, genug Zeit für die Anreise einplanen und "wenn nötig auch genug Zeit haben, die Strecke vom Jakob-Kaiser-Platz zum Flughafen zu Fuß zurückzulegen", sagt der Sprecher. Das dauert etwa 30 Minuten. Es werden an der Haltestelle und auch am Flughafen Karten ausgeteilt, die den Weg beschreiben. Die Shuttles fahren von 5 Uhr in der Früh bis 23 Uhr. Und dran denken: Die Buslinie von Rudow zum Flughafen Schönefeld fährt auch nicht - die S- und Regionalbahn schon (allerdings nicht ab Rudow).

Fahren die BVG-Fähren? Ja. Sie sind aber nur für einzelne Ortsteile eine gute Alternative. Der Spandauer Ortsteil Kladow (16.000 Einwohner) ist nur mit dem Bus zu erreichen. Die Leute dort können aber die BVG-Fähre über den Wannsee nutzen und dort in die S-Bahn einsteigen.

Kann man Taxen reservieren? 8000 Taxis hat Berlin, davon sind 6500 über dasselbe Callcenter organisiert. Verbindliche (!) Vorbestellungen sind nicht möglich. Letztes Mal hieß es: "Wenn Sie sich aber einen Tag wie diesen vorstellen – dann ist es einfach nicht möglich, einen Wagen zu garantieren." Die Erfahrung hat gezeigt, dass in den frühen Morgenstunden selbst am dunkelsten Stadtrand schon Taxifahrer auf Kunden warteten - doch der ganz große Andrang blieb aus.

Müssen Kinder in die Schule gehen? Prinzipiell gilt die Schulpflicht. „In der Regel dürfte es den Schülern zumutbar sein, sich rechtzeitig um andere Möglichkeiten, zur Schule zu gelangen, zu kümmern“, hatte Landeselternsprecher Norman Heise beim letzten Streik gesagt. Da war die Vorbereitungszeit ziemlich lang. Trotzdem könne es Fälle geben, bei denen abgelegene Schulen ohne BVG nicht zu erreichen seien. Es sei laut Schulgesetz möglich, Schüler auch nachträglich aus wichtigem Grund zu beurlauben, wenn dieser Grund vorher noch nicht bekannt war. Schüler, die ohne Entschuldigung fehlen, müssen damit rechnen, dass der Tag als unentschuldigter Fehltag auf dem Zeugnis vermerkt wird.

Noch ein billiger Tipp? Viele fuhren auch bei Nachbarn und Freunden im Auto mit - seit der Nacht gibt es in allen 96 Ortsteilen, Kiez für Kiez, in unzähligen Internet-Gruppen Nachbarschaftshilfe. "Wer fährt morgens um 5 Uhr zum S-Bahnhof?" - "Ich nehme Sie mit."

Und wie wird das Wetter? Beim letzten Mal hatte Berlin Glück. Es war frisch, aber trocken - viele konnten laufen oder aufs Fahrrad umsteigen. Blick auf Donnerstag: Es soll regnen. Pech.

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- BVG-Streik? So cool blieb Berlin beim letzten Mal. Verdi wollte Berlin lahmlegen, aber Berlin ließ sich nicht lahmlegen. Ein Kommentar von Tagesspiegel-Verkehrsexperte Jörn Hasselmann.

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- Das sagt Verdi: "Wir wollten kein Chaos und wir wollten auch nicht die Fahrgäste ärgern". Hier das Tagesspiegel-Interview.

- So lief der Streik beim letzten Mal: Unser Tagesspiegel-Blog zum Nachlesen.

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