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Längst stehen sprachliche Scharmützel, wie um den Namen dieser Süßigkeit, manchen für eine ganze politische Position. Foto: imago images/imagebroker
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Wahlkampf in Berlin Auch „als Ossi“ muss man nicht alles sagen

Schwarzfahrer, Schokokuss: Der Berliner CDU-Politiker Maik Penn wollte mal was loswerden. Er hätte es besser für sich behalten. Eine Glosse.


Es spricht viel dafür, dass die kommenden Wahlkämpfe vor allem von Sprache handeln. Kaum ein anderes Thema mobilisiert Emotionen so zuverlässig, kaum ein anderes Thema betrifft so viele, um nicht zu sagen: alle Menschen.

Wir haben jene, die alles so lassen wollen wie bisher, dann jene, die im Zeichen des Gendersterns alles ändern wollen, und ein kleines Häuflein zwischen den Lagern, das sich über die Intensität der Auseinandersetzung wundert. Das dürfte indessen immer kleiner werden, denn die aktuellen sprachlichen Scharmützel stehen längst stellvertretend für die gesamte politische Position (T+).

Der Berliner CDU-Abgeordnete Maik Penn hat sich da offenbar entschieden. Nein, postete der Köpenicker am Mittwoch bei Facebook, „Schwarzfahrer bleiben für mich Schwarzfahrer, und als Ossi sage ich weiterhin Negerkuss“.

Screenshot von der Facebookseite des Köpenicker CDU-Abgeordneten Maik Penn. Screenshot: Facebook/Maik.Penn Vergrößern
Screenshot von der Facebookseite des Köpenicker CDU-Abgeordneten Maik Penn. © Screenshot: Facebook/Maik.Penn

Das ist nun in mehrfacher Hinsicht kurios, denn das S-Wort hat ihm ja niemand verboten (T+), es wird nur von der BVG ausdrücklich nicht genutzt. Aber noch schöner ist der Bezug Ossi – Negerkuss. Denn der Begriff war zweifellos gesamtdeutsch, bevor er im Westen, ja, durch „Dickmanns“ abgelöst wurde.

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Die Hoffnung, ausdauerndes N-Sagen stärke die Ost-Identität, ist also angreifbar. Ähnlich ließe sich sogar rechtfertigen, Vietnamesen weiter „Fidschis“ zu nennen. Aber Penn wollte was loswerden: „Ich verwahre mich davor dafür als Rassist bezeichnet zu werden“.

Da gäbe es ein einfaches Mittel: Einfach solche Posts unterlassen. Das würde auch zu einem Ziel führen, das sich der CDU-Politiker selbst ausdrücklich wünscht: „Wir haben wahrlich andere Themen und Herausforderungen, auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt!“ 

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