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Berlins zweiter Apple Store in der Rosenthaler Straße in Berlin-Mitte hat seit Donnerstag geöffnet. Foto: Apple
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Vor verkaufsoffenem Sonntag in Berlin Apple und Lego eröffnen Stores am Höhepunkt der Pandemie

Die Maßnahmen für den Infektionsschutz überschatten den ersten verkaufsoffenen Sonntag im Advent 2021. Zwei Welt-Konzerne lassen sich davon kaum beeindrucken.

Der verkaufsoffene Sonntag in Berlin und wenigen Shoppingcentern in Brandenburg könnte vor allem für kleinere Händler zum betriebswirtschaftlichen Flop werden. Grund sind die verschärften Maßnahmen zum Infektionsschutz. Bekanntlich müssen Kunden beim Betreten des Ladengeschäfts einen Nachweis vorzeigen, dass sie gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sind.

„Einige Händler benötigen doppelt so viel Personal wie üblich, um diese Regel umzusetzen. Das ist eine enorme Belastung“, sagte Phillip Haverkamp vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Er denke vor allem an inhabergeführte Geschäfte, in denen oft nur eine Person verkauft. Diese müsse nun oft eine zweite beschäftigen, die am Eingang den Zugang regelt. Haverkamp erinnerte daran, dass viele Händler in der Vorweihnachtszeit rund 30 Prozent ihrer Jahresumsatzes erlösen.

In Berlin sind die für den 5. und 19. Dezember angesetzten verkaufsoffenen Sonntage an die Öffnung der Weihnachtsmärkte in der Stadt gekoppelt. In Brandenburg dürfen in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte betrieben werden. Gleichwohl haben wenige Shoppingcenter für diesen Sonntag Öffnungen angekündigt, darunter der HavelPark Dallgow und das Oder Center in Schwedt.

Im neuen Lego-Laden am Leipziger Platz in Berlin gibt es die neusten Sets, wie hier eines zum Film "Kevin - allein zu Haus". Foto: Lego GmbH Vergrößern
Im neuen Lego-Laden am Leipziger Platz in Berlin gibt es die neusten Sets, wie hier eines zum Film "Kevin - allein zu Haus". © Lego GmbH

Der Computerkonzern Apple und der Spielwarenhersteller Lego lassen sich von der Lage offenbar nicht beeindrucken: Beide Unternehmen eröffneten am Donnerstag ihr jeweils zweites Geschäft in Berlin.

Apple hatte für seinen neuen Store in der Rosenthaler Straße in Mitte eigens 130 Mitarbeitende eingestellt, sie bedienten Kunden in 35 Sprachen – inklusive Gebärdensprache, wie die Leiterin der Filiale stolz erklärte. Wegen der Pandemie gelten zudem „höchste Sicherheitsstandards“. Bei Apple muss man vorab online einen Termin reservieren. Erstmals in einem europäischen Apple-Geschäft gibt es einen Bereich, in dem man die online bestellte Ware direkt abholen kann.

Die Geschäftsführerin der Lego GmbH, Karen Pascha-Gladyshe. Foto: forster&martin fotografie Vergrößern
Die Geschäftsführerin der Lego GmbH, Karen Pascha-Gladyshe. © forster&martin fotografie

Der dänische Lego-Konzern eröffnete seinen zweiten Berliner Store mit mehr als 250 Quadratmetern Fläche in der Mall of Berlin am Leipziger Platz – allerdings ohne Feier, wie ursprünglich geplant.

Der schriftlich eingereichten Frage, inwieweit eine Ladenöffnung angesichts der Lage in die Zeit passe, wich Lego-Deutschland-Chefin Karen Pascha-Gladyshev aus. „Wenngleich der Onlinehandel für uns eine wichtige Rolle spielt, werden wir auch weiterhin in die Eröffnung neuer Lego Stores investieren“, teilte sie mit. Der stationäre Handel sei für das Erlebnis unserer Marke und Produkte sehr wichtig und der direkte Austausch in den Stores, im Fachhandel oder in Kauf- und Warenhäusern werden von den kleinen und großen Fans sehr geschätzt.

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"Der stationäre Handel bietet unseren Fans die Möglichkeit, unser Produktportfolio und unsere Marke physisch zu erleben und eine qualifizierte persönliche Beratung zu erhalten", erklärte die Lego-Managerin weiter.

Als Besonderheiten in dem neuen Geschäft verwies sie "passend zum familiären Weihnachtsfilmschauen" auf das Lego Set „Kevin - Allein zu Haus“ (Lesen Sie hier, wie dieser Film das Leben des Autors verändert hat). Außerdem haben man in dem Laden eine "Pick a Brick"-Wand, an der einzelne Lego-Bausteine und Elemente in allen erhältlichen Farben zur Auswahl stünden und somit die Umsetzung jeder kreativen Idee ermöglichen.

Kreativ, aber wenig zimperlich hatten sich am Wochenende auch ein paar kriminelle Lego-Fans gezeigt. In Lippstadt in NRW brachen sie am vergangenen Wochenende durch eine Wand in eine Filiale der Kette Toys World ein und stahlen den Inhalt von etwa 100 Lego-Packungen, ließen die Kartons aber zurück. Die Filialleiterin sprach von einem "Bild der Verwüstung".

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