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Radfahrer sind auf dem Pop-up-Radweg am Halleschen Ufer unterwegs. An der Hermannstraße ziehen sich die Planungen hin. Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
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Von wegen Pop-up in Neukölln Der Poller-Radweg an der Hermannstraße lässt auf sich warten

Geduldsprobe in Neukölln: Die Planungen eines Radwegs in der Hermannstraße ziehen sich hin. Ab 2021 könnte es losgehen.

In Sachen Berliner Radwege läuft es weiterhin einfach nicht rund. Während Senat und Opposition über Sinn und Unsinn der sogenannten Pop-up-Radspuren debattieren und ein Klageverfahren der AfD vor Gericht läuft, stockt in Neukölln der Planungsprozess für eine Pollerspur auf der Hermannstraße.

Im Juli hatte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) angekündigt, dass er eine zumindest partielle Einrichtung einer abgepollerten Pop-up-Spur in der Hermannstraße im August für realistisch halte. Ganz so schnell wie der Name – und Beispiele aus dem Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg – vermuten lassen, laufen die Planungen allerdings nicht. Seither sind fast drei Monate vergangen, in denen wenig passiert ist.

Wie Christian Berg, Sprecher des Bezirksbürgermeisters, auf Anfrage erklärt, habe das Bezirksamt am 11. August „anordnungsfähige Pläne“ für die Radspur an die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz übermittelt. Von dort traf einen Monat später, am 7. September, eine Antwort ein.

Allerdings nicht die erhoffte Anordnung, sondern zunächst die Eingangsbestätigung und Zuweisung des zuständigen Sachbearbeiters. Im Bezirksamt gibt man sich dennoch optimistisch, das demnächst aufgepoppt werden kann: Er gehe davon aus, dass das Bezirksamt „zeitnah die Anordnung durch den Senat erhalten“ werde, sagte Christian Berg. Die Radspur soll dann „so schnell wie möglich“ abgepollert werden.

Derweil könnte die Pop-up-Radspur von der Realität überholt werden: Seit eineinhalb Jahren plant das Bezirksamt eine dauerhafte Pollerspur für Radfahrende zumindest in Teilen der Hermannstraße. Die Planungen sehen eine abgepollerte Spur auf Abschnitten zwischen Leinestraße und Siegfriedstraße sowie zwischen Delbrück- und Juliusstraße vor.

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Rund um den S-Bahnhof soll eine gemeinsame Bus- und Radspur entstehen. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten „sukzessive ab 2020“ starten, aktuell gehe man von einem Start 2021 aus, hieß es aus dem Bezirksamt. Es habe bereits erste Gespräche mit der zuständigen Senatsverwaltung gegeben.

Im Klartext heißt das, das womöglich die dauerhafte Lösung noch vor der Pop-up-Spur angeordnet werden könnte – oder die provisorische kurz nach Errichtung wieder abgebaut werden muss.

2000 Anwohner fordern durchgehende Abpollerung

Anwohnern gehen beide Lösungen allerdings nicht weit genug. Die Initiative „Hermannstraße für alle“ überreichte am Mittwoch einen Einwohnerantrag mit über 2000 Unterschriften an das Bezirksamt, der eine durchgehende Abpollerung der Hermannstraße fordert. „Jetzt ist die Neuköllner Politik gefragt, ob sie sich des Problems annehmen, oder uns weiter mit Teilstücken, die das Grundproblem nicht ändern, abwimmeln will. Wir wollen den ganzen Radweg“, sagte Sophia Kumpmann von der Initiative.

Am Mittwochabend beschloss die Bezirksverordnetenversammlung auf Antrag der SPD zusätzlich einen Antrag, der sich für ein durchgehendes Tempo 30 auf der Hermannstraße einsetzt. Das sei zwar kein Ersatz für Poller, aber „wenigstens eine kleine Gefahren-Reduzierung“ für Radfahrende, heißt es in dem Antrag.

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