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Menschen auf dem Tempelhofer Feld mit Flughafengebäude im Hintergrund, dahinter der Fernsehturm. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
© Kitty Kleist-Heinrich

Exklusiv Umfrage zur Randbebauung Mehrheit der Berliner für neue Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld

Mit einigen Hundert Wohnungen am Rande des Tempelhofer Feldes wären viele Berliner einverstanden – das zeigt eine Umfrage. Damit ist die Stimmung gekippt.

Berlins größte Spiel-, Sport- und Freizeitstätte, das Tempelhofer Feld, verträgt durchaus den Bau von einigen Hundert Wohnungen an dessen ohnehin schon versiegelten Rändern. Davon ist offenbar eine deutliche Mehrheit der Berliner überzeugt. Drei von fünf Teilnehmern antworteten in einer Umfrage des Forschungsinstituts Civey mit „ja“ auf die Frage: „Sollte das Tempelhofer Feld am Rand bebaut werden, damit dort neue Wohnungen entstehen können?“

Damit ist die Stimmung gekippt: Vor etwa sechs Jahren hatte ein Volksentscheid gegen Neubauten und für eine Freihaltung des Feldes die Mehrheit der Berliner mobilisiert. Seither hat sich die Wohnungsnot in der Stadt allerdings auch verschärft.

Am größten ist die Zustimmung für eine Bebauung unter Wählern der FDP und der SPD mit jeweils mehr als 75 Prozent.

Berliner, die sich noch nicht auf eine Partei festgelegt haben sowie Wähler der Linken sind die beiden einzigen Gruppen, die nicht mehrheitlich für Baupläne votieren. Eine Mehrheit für eine behutsame Bebauung der Ränder des Feldes gibt es auch unter Grünen-Wählern.

Männer begrüßen Neubauten auf der Brache zu 62 Prozent und damit etwas mehr als Frauen (59 Prozent). Keine Meinung zu dem polarisierenden Thema hat nur eine kleine Minderheit von 4,5 Prozent der Befragten.

Seit dem erfolgreichen Volksentscheid gegen die Pläne des damals noch als Bausenator agierenden Michael Müller (SPD) für Neubauten blieb das Tempelhofer Feld weitgehend unberührt.

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An dem Volksentscheid beteiligten sich von den knapp 2,5 Millionen abstimmungsberechtigten Berlinern mehr als 1,1 Millionen. Von diesen stimmten knapp 740.000 für die Gesetzesinitiative.

Stadtplaner, Architekten und Wohnungsverbände haben wiederholt Neubauten am Rande des Feldes gefordert. Die innerstädtische Brache ist mit Straßen, Bus und Bahn gut erschlossen. Auch die Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Gas sind vorhanden. Umweltschützer aber warnen wegen des Stadtklimas davor, diese kühlende Frischluftschneise zu schließen.

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