Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
In diesem Luftbild ist die neue Brücke als Simulation dargestellt (oben links) Simulation: Deges
© Simulation: Deges

Um zwei weitere Jahre verschoben Ersatzneubau der Berliner Westendbrücke frühestens 2028 fertig

90.000 Autos rollen täglich über die Brücke. Das Bauwerk ist marode. Der Ersatz verzögert sich aber um weitere zwei Jahre. 

Abriss und Neubau der Stadtautobahnbrücke in Westend verschieben sich um zwei Jahre. Dies teilte die staatliche Planungsgesellschaft Deges am Dienstag mit. Mit der Fertigstellung des Ersatzneubaus der Westendbrücke wird jetzt frühestens 2028 gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte die Deges noch 2026 genannt.

Die Kosten von 45 Millionen Euro übernimmt der Bund. Auch 2028 kann nur erreicht werden, wenn es mit der Baugenehmigung keine Probleme gibt und keine Klagen das Projekt verzögern.

Die 1963 gebaute Westendbrücke überspannt die Gleise von S-Bahn und Fernbahn zwischen den Anschlussstellen Kaiserdamm und Spandauer Damm. Diese Brücke gibt es nur für die Fahrtrichtung Nord, da ab hier die Richtungsfahrbahnen der A100 zusammen liegen und nicht mehr links und rechts der Gleise. 90.000 Autos befahren die Brücke täglich, sie ist abrissreif.

Bereits seit 2015 gelten aus Sicherheitsgründen Einschränkungen, so ein Fahrverbot für Schwertransporte und ein Tempolimit von 60. Die Deges ist „guter Hoffnung, dass die Brücke hält, bis wir mit der neuen fertig sind“, wie ein Planer sagte. In der Brücke wurde eine Art Alarmanlage installiert, falls sich der Zustand noch weiter verschlechtern sollte.

Für diesen Fall gibt es fertige Pläne mit weiteren Tempo- und Gewichtslimits. Als Gau für den Berliner Autoverkehr gilt eine Vollsperrung wie an der Elsenbrücke zwischen Treptow und Friedrichshain. Diese ist seit 2018 halbseitig gesperrt.

[Konkrete Nachrichten aus Ihrem Bezirk, viele Tipps und Termine: Die Tagesspiegel-Newsletter für jeden Berliner Bezirk gibt es jetzt kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de]

Jetzt kostenlos bestellen

In einer Infoveranstaltung für Anwohner nannte die Deges am Abend Details. So soll die neue Brücke etwa 30 Meter entfernt von der alten entstehen. So lassen sich die Sperrzeiten innerhalb der dreijährigen Bauzeit für den Individualverkehr auf wenige Tage reduzieren und die Nachbarschaft vor Ausweichverkehr schützen.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Auch S-Bahn und Fernbahn werden nach den derzeitigen Plänen nur an Wochenenden gesperrt, aber „nicht für Wochen oder Monate“. Die neue Brücke wird nur 160 Meter lang, also 90 Meter weniger als derzeit.

Die Westendbrücke leitet die A100 über die Gleise der S-Bahn und der Fernbahn Simulation: Deges Vergrößern
Die Westendbrücke leitet die A100 über die Gleise der S-Bahn und der Fernbahn © Simulation: Deges

„Aktiven“ Lärmschutz (in Form von Wänden) für Anwohner wird es nicht geben, hieß es. Einige Anwohner erhalten passiven Lärmschutz, also neue Fenster. Laut Deges werde sich der Lärm aber hörbar verringern, da ein besonders glatter Belag verwendet werden soll.

Bekanntlich müssen in den nächsten Jahren auch die Rudolf-Wissell-Brücke und das Autobahndreieck Funkturm erneuert werden. Beide Projekte sind weitaus umfangreicher. Vor zwei Jahren war über einen Deckel über der A100 diskutiert worden, um den Lärm für die Anwohner zu verringern.

Zur Startseite