Bald Mutti? Heute könnte Langschwanz-Tamandua Lotti schwanger werden. Foto: Felix Hackenbruch
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Tierischer Nachwuchs in Berlin Vergesst das Panda-Baby!

Meng Meng ist schwanger und Berlin endgültig plemplem. Pillepalle! So richtig zur Sache geht es heute im Tierpark für die Langschwanz-Tamanduas. Eine Glosse.

Spätestens seit Dienstag ist Berlin endgültig plemplem. Kaum war bekannt, dass Panda-Weibchen Meng Meng nicht mehr „nicht nicht schwanger“, sondern „trächtig“ ist, begann die kollektive Schnappatmung. Vielleicht sogar Zwillinge! Erinnerungen an Knut werden wach. Wachschutz, Absperrgitter, Menschen, die in Ohnmacht fallen. Pillepalle! Das wichtigste Liebesspiel der Berliner Tierwelt findet heute im Tierpark statt.

Die Protagonisten dabei heißen Lotti und Ludwig. Lotti hat die schönste Nase Berlins. Lang geschwungen, weißes Fell, schwarze, feuchte Spitze. Eine von drei Langschwanz-Tamanduas im Tierpark ist sie. Eine Gattung der Ameisenbären. Eigentlich heißt Lotti Masi und kommt aus dem Zoo in Riga, aber die Pfleger in Berlin fanden sie „lotterig“ und tauften sie um. Sie sind die einzigen, die Lotti zu Gesicht bekommen. Denn sie ist allein zur Fortpflanzung hier und verbringt ein Leben hinter den Kulissen.

Mit ihrem Zinken kann Lotti ihren Künftigen bereits erschnüffeln. Ludwig lebt, nur durch Gitterstreben getrennt, direkt nebenan. „Die Chemie muss stimmen. Manchmal können die sich nicht riechen“, sagt der Pfleger. Bei Lotti und Ludwig ist das anders. Da ihre Augen nicht besonders gut ausgeprägt sind, haben sie sich in den vergangenen Wochen vor allem über Gerüche kennengelernt – von denen die beiden so einige im Gehege ausstoßen.

Heute wird es soweit sein. Dann, so haben es die Tierärzte anhand von Lottis blutigem Kot ermittelt, soll sie paarungsbereit sein. Die Trennstäbe zwischen den Gehegen werden zur Seite geschoben, aus zwei Einzelwohnungen wird eine Wohngemeinschaft. Wenn sich die beiden verstehen, wird Ludwig Lotti von hinten besteigen, sich in ihrem Fell festkrallen und reiten.

Nach der Nummer wird er sich zurück in sein Gehege verziehen und im Tierpark beginnt das große Warten. Nach rund 150 Tagen könnte ein neues schönstes Näschen auf die Welt kommen. Und jetzt bitte alle durchdrehen!

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