U-Bahnsteig im U-Bahnhof Kochstraße. Display zeigt Hinweis auf den Streik bei der BVG. Foto: Matthias Balk/dpa
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Tarifverhandlungen bei der BVG Verdi droht mit Warnstreiks bei Bus und Bahn

Verdi will für die BVG-Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Warnstreiks werden nicht ausgeschlossen. Worum geht es?

Die Ankündigung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu den am Montag beginnenden Tarifverhandlungen für die BVG ist klar. "Wir schließen ausdrücklich Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus", sagte Jeremy Arndt, der für die Gewerkschaft die Verhandlungen führen wird. Die Verdi-Mitglieder bei den Verkehrsbetrieben seien hoch motiviert. Man rechne mit einer extrem schwierigen Tarifrunde. Genaueres wollte Arndt noch nicht sagen. Allerdings werde man auf die Fahrgäste Rücksicht nehmen und Streikmaßnahmen in der Regel 24 Stunden vorher ankündigen, sagte Arndt. Allerdings nur solange der Arbeitgeber, den Arbeitskampf nicht konterkariere. Will sagen, Fahrer von anderen Transportunternehmen einsetzt.

In den Verhandlungen geht es um den Manteltarifvertrag, der die allgemeinen Arbeitsbedingungen für die rund 12.500 Beschäftigten der BVG und die rund 1960 Fahrer und Verwaltungsmitarbeiter der Fahrdiensttochter Berlin Transport regelt. Über die Gehälter wird in einer gesonderten Runde ab März gesprochen werden. Der Manteltarifvertrag wurde laut Arndt zum Ende 2018 gekündigt; deswegen gelte für die Gewerkschaft auch keine sogenannte Friedenspflicht, auf Streikmaßnahmen zu verzichten.

36,5 Stunden statt 39 Stunden in der Woche

Im Kern geht es der Gewerkschaft darum, für alle Mitarbeiter eine einheitliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu erreichen. Bisher gilt diese nur für Beschäftigte, die vor September 2005 eingestellt wurden. Für alle anderen Mitarbeiter gilt eine 39-Stunden-Woche. Außerdem soll es eine Anpassung und Aufwertung bei den Entgeltgruppen geben. Verdi fordert zudem, dass auch neue Beschäftigte und die Auszubildenden ab dem ersten Beschäftigungsjahr Weihnachtsgeld erhalten sollen. Diese Forderungen betreffen alle Beschäftigte. Wie in vielen Verhandlungsrunden zuvor verlangt die Gewerkschaft zudem eine Einmalzahlung für 500 Euro nur für die Mitglieder. In der Vergangenheit hat sich die BVG darauf aber in der Regel nicht eingelassen. Derzeit hat die BVG nach Verdi-Angaben Personalkosten in Höhe von 570 Millionen Euro. Das Forderungspaket hat einen Kostenumfang von 60 Millionen Euro. Dazu werden noch die Tarifsteigerungen kommen, um die es bei der folgenden Entgelttarifrunde gehen wird.

Verdi: S-Bahn zahlt besser

Wie Verdi-Mann Arndt sagt, muss sich dringend etwas an den Arbeitsbedingungen bei der BVG ändern. Bei Unternehmen wie der S-Bahn werde deutlich besser gezahlt. Viele Fahrer trügen sich mit dem Gedanken, die BVG zu verlassen, wenn sich dort nichts tut. Für die Vekehrsbetriebe werde es dann auch immer schwerer, 1100 neue Mitarbeiter einzustellen, wie von Unternehmenschefin Sigrid Nikutta angekündigt.

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