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M. Remmo (r.) ist gefasst, A. Majed Remmo  (l.) noch auf der Flucht. Foto:

Suche nach dem Sachsen-Geschmeide Razzia in Wohnung in Berlin – Remmo-Mitglied weiter auf Flucht

Im Fall des Dresdner Juwelendiebstahles hat die Polizei in einer Wohnung in Berlin zwei Handys sowie Dokumente sichergestellt.

Erneut ist im Zusammenhang mit dem Diebstahl des Sachsen-Geschmeides aus dem Grünen Gewölbe in Dresden eine Wohnung in Berlin durchsucht worden. Vier Ermittler der Dresdner Soko „Epaulette“ und Beamte eines Spezialeinsatzkommandos durchsuchten am Dienstagvormittag eine Wohnung in Rudow. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit.

Die Ermittler gingen davon aus, dass sich der gesuchte A. M. Remmo in der Wohnung befindet. Doch der 21 Jahre alte Tatverdächtige wurde nicht gefunden, er ist weiterhin auf der Flucht. 

Nach ihm wird mit Hochdruck gefahndet. Dennoch stellten die Ermittler Beweismittel sicher, darunter waren den Angaben zufolge zwei Handys sowie mehrere Dokumente.

Erst Mitte Dezember hatten Spezialkräfte der Polizei den Zwillingsbruder von A. M. Remmo festgenommen. Der  21 Jahre alte Neuköllner wurde in seinem Heimatbezirk erwischt. Zielfahnder des Bundeskriminalamtes und Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes Berlin nahmen ihn fest. Er wollte in einem Mehrfamilienhaus offenbar einen Bekannten oder seine Geliebte treffen.

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Die beiden Zwillinge werden verdächtigt, am Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden 2019 beteiligt gewesen zu sein. Ebenso drei andere Männer des deutsch-arabischen Remmo-Clans, die schon im November in Berlin festgenommen worden waren. 1600 Beamte hatten 18 Wohnungen, Garagen und Betriebsstätten in Berlin durchsucht, die den Remmos zugerechnet werden.

Am frühen Morgen hatte einer der beiden Remmo-Zwillinge seine Wohnung verlassen und ist mit einem Auto weggefahren. Zunächst konnten ihn Spezialkräfte wohl noch verfolgen, dann verloren sie ihn. Auch sein Bruder verschwand plötzlich. Ihr Fluchtwagen ist noch am selben Tag gefunden worden.

Vier Männer sitzen in Untersuchungshaft

Bei den Durchsuchungen haben die Ermittler dann Festplatten, Computer und Handys sichergestellt. Darüber hinaus fanden Einsatzkräfte in einigen durchsuchten Wohnungen Macheten, Äxte und Schreckschusswaffen.
Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft den fünf Beschuldigten schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung vor. 

Wegen des Juwelenraubes in Dresden sitzen nun vier Clan-Männer zwischen 21 und 26 Jahren in Untersuchungshaft. Auch gegen den flüchtigen A. M. Remmo liegt ein Haftbefehl vor.

Ein verdächtiger Mann im Fall um den Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe wird von Polizisten in das Gebäude des Oberlandesgerichts geführt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa Vergrößern
Ein verdächtiger Mann im Fall um den Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe wird von Polizisten in das Gebäude des Oberlandesgerichts geführt. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Bei dem Einbruch in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss in Dresden, der weltweit für Aufsehen sorgte, hatten Maskierte im November 2019 aus Dresdens berühmter Schatzkammer einzigartige Kunststücke von bislang nicht beziffertem Wert gestohlen.

Absperrband sichert das Museum nach dem Raub. Foto: Vergrößern
Absperrband sichert das Museum nach dem Raub.

Eine Sonderkommission ermittelte, Männer der deutsch-arabischen Großfamilie Remmo gerieten unter Verdacht. Sie sind dann mit Hilfe der Auswertung der Überwachungsvideos in Dresden ermittelt worden. Forensische Untersuchungen am Residenzschloss hatten ergeben, dass die Verdächtigen am Tatort waren. Ein in Dresden benutztes Auto konnte ihnen zugeordnet werden.

Zudem sollen Täter in Dresden bei dem Einbruch hydraulisches Spreizwerkzeug benutzt haben – auch diese Spur führte zu den Verdächtigen. Bei mehreren anderen Taten, wie dem Überfall auf eine Geldtransporter am Alexanderplatz 2018, waren solchen Werkzeuge bereits eingesetzt worden.   

Im Milieu bekannte Remmos wurden in den vergangenen 20 Jahren wegen Diebstahl, Einbrüchen, Hehlerei, Raub und Waffendelikten verurteilt. Die Remmos gelten in Berlin als größter Clan. Sie sind aber auch im Libanon, von wo die Familie einst einwanderte, gut vernetzt. 

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