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Blick zu den Müggelbergen am Beginn der Winterferien. Die nächste Ladung Schnee dürfte der Wind von den Bäumen fegen. Foto: Stefan Jacobs
© Stefan Jacobs

Update Strenger Dauerfrost und viel Schnee in Berlin „So ein Wetter hatten wir seit Jahren nicht mehr“

Zum Ende der Winterferien nahen in Berlin strenger Dauerfrost und starke Schneeverwehungen. Wo es am heftigsten schneit, ist noch nicht ganz klar.

Die Winterferien sollen enden, wie sie begonnen haben: mit Schnee. Allerdings nicht leise rieselnd und über Nacht, sondern mit Schmackes. Manche Wetterdienste überschlagen sich bereits mit Alarmmeldungen: Das Wetter „werkelt an einer Unwetterlage, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt haben“, heißt es bei Wetteronline. 

Dort werden für Berlin und Brandenburg etwa 30 Zentimeter Schnee in Aussicht gestellt – verbunden mit massiven Verwehungen, weil eisiger Nordostwind mit heftigen Böen übers Land pfeift.

„Da werden Erinnerungen an die Schneekatastrophe 1978/79 wach“, heißt es bei der Konkurrenz Qmet.

Jörg Riemann, meteorologischer Leiter der auf Winterdienstberatung spezialisierten „Wettermanufaktur“ in Berlin, sagt angesichts solcher Prophezeiungen: „Ich erinnere daran, dass die höchste je gemessene Schneemenge in Dahlem 50 und in Potsdam 70 Zentimeter waren – im März 1970. Wir sind nicht in Amerika, wo ein Schneesturm auch mal einen halben Meter bringt.“ 

Selbst der Katastrophenwinter 1978/79 sei in Berlin nicht so dramatisch gewesen wie in Norddeutschland, wo viele Dörfer und sogar ganze Eisenbahnzüge tagelang in meterhohen Verwehungen gefangen waren.

Am Samstag beginnt eine Dauerfrostperiode

In Berlin soll es laut Riemann am Samstagnachmittag oder in der Nacht anfangen zu schneien und den Sonntag über kräftig weiterwirbeln. „Als Maximum, wenn wirklich alle Bedingungen passen, berechnen die Wettermodelle für Berlin zehn bis 20 Zentimeter“, sagt er. „Was kommt, bleibt auch liegen, denn am Samstag beginnt eine Dauerfrostperiode, die bis Ende nächster Woche anhalten kann. Das hatten wir seit Jahren nicht mehr.“

Kleiner Schneemann - was nun? Demnächst dürften noch einige größere Artgenossen hinzukommen. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Kleiner Schneemann - was nun? Demnächst dürften noch einige größere Artgenossen hinzukommen. © Stefan Jacobs

Nach dem ruppigen Wochenende soll sich zwar der Wind beruhigen und nur noch wenig Schnee nachkommen, aber sobald es nachts aufklart, wird es kalt wie lange nicht: Minus zehn Grad oder sogar noch strengerer Frost seien nachts möglich, und „selbst tagsüber werden wir nicht über minus fünf Grad hinauskommen.“ 

Wer also nicht schon sämtliche frostgefährdeten Wasserleitungen und Gefäße geleert hat, muss sich sputen. Und gerade zum Berufsverkehr am Montagmorgen könnte die BSR Mühe haben, die Straßen freizubekommen.

Darüber, wo genau es am heftigsten schneien dürfte, waren sich die Wettermodelle auch am Donnerstag noch nicht einig. Tendenziell rückt die Luftmassengrenze mit den stärksten Niederschlägen in den Berechnungen etwas weiter nach Süden. Dann bekäme Berlin immer noch reichlich Schnee ab, aber eher zehn als 20 Zentimeter.

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Die Erfahrung früherer Winter lehrt außerdem, dass sich Frostluft, wenn sie einmal da ist, länger hält als zunächst berechnet. Das spricht dafür, dass die gesamte nächste Woche eisig werden könnte. Nachts werden Temperaturen um minus zwölf Grad erwartet. In Kombination mit dem zunächst heftigen und im Laufe der Woche weiterhin mäßigen Ostwind dürften die sich wie minus 20 anfühlen. Für obdachlose Menschen kann das höchste Lebensgefahr bedeuten.

Die Zutaten für den ungewöhnlichen Wettermix sind eisige Luft aus Skandinavien und milde vom Mittelmeer, die bei immer größer werdenden Temperaturunterschieden quer über Deutschland aufeinanderprallen. Die Frostgrenze soll etwa vom Ruhrgebiet über den Harz nach Sachsen verlaufen.

Die etwa acht Zentimeter Schnee vom vergangenen Wochenende haben gerade gereicht, um aus dem Januar einen meteorologisch einigermaßen ausgeglichenen Monat zu machen: 44 Liter Niederschlag pro Quadratmeter entsprachen ziemlich genau dem Soll, ebenso die Mitteltemperatur von 1,1 Grad – wobei, wie berichtet, jetzt eine neue, wärmere Referenzperiode als „normal“ gilt.

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