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Schwindelerregend: Ein Blick hinab von der Baustelle des Steglitzer Kreisels. Foto: Boris Buchholz
© Boris Buchholz

Update Steglitzer Kreisel wechselt Eigentümer Ein neuer Immobilien-Gigant entsteht, mit Häusern in Berlin

Ein Immobilienriese schluckt einen anderen, betroffen sind viele Berliner Prestigeprojekte. Beim Steglitzer Kreisel ist Ex-Projektentwickler Gröner bald raus.

Der Steglitzer Kreisel, der viele Jahre leer stand und seit drei Jahren zu einem schicken, teuren Wohnhochhaus umgebaut wird, wechselt bald wieder den Eigentümer. Im Juli 2017 kaufte der Immobilienunternehmer Christoph Gröner mit seiner CG-Gruppe das 120 Meter hohe Gebäude, um dort nach der öffentlich finanzierten Asbestbeseitigung 330 Eigentumswohnungen zu bauen. Geplante Fertigstellung: Dezember 2022.

Doch inzwischen ist Gröners Firma eine Tochtergesellschaft der Consus Real Estate und wurde in in Consus RE AG umbenannt. Gröner hält noch sechs Prozent der Consus-Aktien und wechselte in den Aufsichtsrat des Unternehmens, das als Deutschlands größter Immobilienentwickler gilt.

Am Montag folgte dann der Donnerschlag: Der Immobilienriese ADO Properties teilte mit, „die Kontrolle über Consus Real Estate zu erwerben“. Bisher hielt ADO schon ein Viertel der Aktien.

Die Übernahme ergänze den jüngsten Zusammenschluss von ADO und dem Immobilienkonzern Adler Real Estate, hieß es in der Mitteilung. So entstehe die viertgrößte börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft in Europa.

Der Wert des ADO-Portfolios steigt damit auf rund 14 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöht ADO damit seine Präsenz in sieben deutschen Großstädten, auch in Berlin.

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Den Aktionären mit Minderheitsanteilen, dazu zählt Gröner, will ADO ein lukratives Angebot machen, um sie rauszukaufen. Am Ende wird also der Steglitzer Kreisel in das neue Imperium von ADO Properties/Adler übergehen. 

Die angekündigte Änderung der Mehrheitsverhältnisse bei der Consus Real Estate stünden aber „in keinem Bezug zum Bauvorhaben am Steglitzer Kreisel und hat auch keine Auswirkungen auf das Projekt“, versicherte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. 

Die Bautätigkeit sei derzeit zwar „aus technischen Gründen“ reduziert, sagte die Sprecherin. „Wir rechnen aber damit, die Bautätigkeit bald wieder hochfahren zu können“.

Der ADO-Coup betrifft auch andere Wohnprojekte in Berlin

Betroffen von der Transaktion sind aber auch andere große Immobilienprojekte in Berlin, beispielsweise das Forum Pankow, das Luxus-Wohnprojekt „Wilhelm“ nicht weit vom Brandenburger Tor, das Franklinhaus und das Quartier Bundesallee

Bundesweit trennte sich Consus seit Jahresbeginn von einer Reihe von Entwicklungsprojekten mit einem Wert von zwei Milliarden Euro, um die Verschuldung des Unternehmens zu drücken. Die Aktie des Unternehmens, vor drei Jahren noch mit rund 11 Euro notiert, ist aktuell nur noch knapp 6 Euro wert. 

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