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Gemeinsam fürs Klima. Senatorin Scheeres und Vertreter der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future Foto: Carsten Koall/dpa
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Senat und Fridays for Future kooperieren Berliner Schulen sollen Klimaverträge einführen

Kai Gies

Bildungssenatorin Scheeres (SPD) will, dass Schüler und Lehrer über Maßnahmen für klimafreundliche Schulen diskutieren.

Fridays for Future Berlin und die Senatsverwaltung für Bildung wollen in Zukunft stärker kooperieren. Das sagte Bildungssenatorin Scheeres (SPD) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch. Dazu möchte die Senatorin den Abschluss von Klimaverträgen an Schulen anregen, in denen beispielsweise weniger Flüge bei Klassenfahrten und eine Reduzierung von Plastikbesteck in Schulmensen vereinbart werden sollen.

Die Verträge sollen für jede Schule individuell ausgestaltet werden. Zunächst sollen Schüler und Lehrer über mögliche Maßnahmen ins Gespräch kommen. Um die genaue Ausgestaltung kümmert sich ein Beirat, der aus Vertretern von Fridays for Future und anderen Nicht-Regierungsorganisationen, dem Landesschülerausschuss und Wissenschaftlern besteht.

Jedes Jahr soll eine Klimakonferenz in Berlin stattfinden

Koordiniert wird der Prozess durch ein eigens in der Senatsverwaltung eingerichtetes Klimabüro. Am 24. November soll darüber hinaus eine Klimakonferenz mit Vorträgen und Workshops für Schüler stattfinden. Hannah Blitz, Pressesprecherin von Fridays for Future Berlin, sagte: „Wir wollen damit auch diejenigen mitnehmen, die sich bisher nicht besonders für das Thema interessiert haben“.

Eine erste solche Konferenz mit über 300 Schülern hatte im November 2019 im Carl-Zeiss-Planetarium in Prenzlauer Berg stattgefunden. Nun soll sie jährlich ausgerichtet werden.

Hannah Blitz, Pressesprecherin von "Fridays For Future Berlin", möchte noch mehr Berliner Schülern den Klimaschutz näher bringen. Foto: Carsten Koall/dpa Vergrößern
Hannah Blitz, Pressesprecherin von "Fridays For Future Berlin", möchte noch mehr Berliner Schülern den Klimaschutz näher bringen. © Carsten Koall/dpa

Auf der Pressekonferenz wurden auch eine Reihe von Unterrichtsmaterialien zum Klimawandel vorgestellt, die von der Initiative Scientists for Future entwickelt wurden. Deren Sprecher Gregor Hagedorn sagte, Teile der Öffentlichkeit seien sich immer noch nicht ausreichend über die Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel im Klaren.

Die neuen Unterrichtsmaterialien könnten diese auch jüngeren Schülern auf altersgerechte Weise vermitteln. So wird beispielsweise die Bedeutung von Kipppunkten anhand eines Turms aus Bauklötzen erklärt, der plötzlich in sich zusammenstürzt.

Sandra Scheeres betont die Wichtigkeit der Schulpflicht

Aus den Unterrichtsmaterialien könnten die Lehrer frei wählen. Der Rahmenlehrplan soll hierfür nicht geändert werden. Schon jetzt wird der Klimawandel unter dem Stichwort „nachhaltige Entwicklung“ fächerübergreifend behandelt.

Trotz der neuen Kooperation mit Fridays for Future wollte Bildungssenatorin Scheeres die Teilnahme an Demonstrationen während der Schulzeit auf Nachfrage nicht gutheißen. „Das ist die Eigenverantwortung der Schüler. Dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben“, sagte sie. Für andere Anliegen könne schließlich auch nicht einfach die Schulpflicht ausgesetzt werden.

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