Demo zum Ferienende. Eltern und Schüler wollen ihre Schule erhalten. Foto: Thilo Rückeis
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Berlin-Zehlendorf Schule im Ausnahmezustand

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Die Pestalozzi-Schule in Berlin-Zehlendorf soll auslaufen. Schüler, Lehrer und Eltern fühlen sich überrumpelt. Aber tatenlos zusehen wollen sie nicht.

Andere Bezirke ringen um jedes Klassenzimmer, aber in Zehlendorf gibt es nicht so viele Schüler wie in anderen Regionen der Stadt. Nun soll sogar eine ganze Schule mangels Auslastung auslaufen: die Pestalozzi-Schule mit einem Förderzentrum und einer Grundschule unter einem Dach. So lautet die Ansage von Schulaufsicht und Schulamt, und so wurde es, wie berichtet, vor den Winterferien mitgeteilt. Mit entsprechend gedämpfter Stimmung kamen denn auch Schüler, Lehrer und Eltern am Montag aus den Ferien zurück - und demonstrierten doch noch vor der ersten Schulstunde, dass sie nicht kampflos aufgeben wollen.

Denn eine Schule lässt sich nicht so leicht schließen – schon gar nicht ohne die Bezirksverordneten, die aber erst am 21. Februar mit dem Thema befasst sein werden (Sitzungsort: Rathaus Steglitz). Inzwischen gibt es dort Planungen für eine Große Anfrage zur Lage der Pestalozzi-Schule, und auch die Eltern wollen präsent sein. Allerdings wurde fast zeitgleich zur Schulkonferenz eingeladen, was sich aber vielleicht noch ändern lässt, hofft der GEV-Vorsitzende Christian Meinke.

Wut, Trauer, Unverständnis

Zum Schock über das drohende Auslaufen der Schule kommt der Ärger darüber, dass die Bildungsverwaltung behauptet hatte, Eltern und Lehrer seien seit Monaten auf den Schritt vorbereitet gewesen. Das gelte zumindest für die Grundschule nicht, betont Meinke. Aber auch beim Förderzentrum habe es bislang keine klare Ansage gegeben. Eine Mischung aus Trauer, Wut und Unverständnis war deshalb die Reaktion, als kurz vor den Ferien die Pläne bekannt wurden.

Zwölf Fragen an Stadtrat Mückisch

Unverständnis löst auch das (Nicht)Agieren von Schulstadtrat Fran Mückisch (CDU) aus. Obwohl Schulamt und Schulaufsicht offenbar längst die Weichen gestellt hatten, lieferte Mückisch lange Zeit keine Bezirksamtsvorlage. Von Elternseite wurden jetzt zwölf Fragen an das Schulamt gestellt, die die erheblichen Verfahrensmängel beleuchten. Eine der Fragen lautet: "Inwieweit entspricht es dem üblichen Vorgehen der Schulbehörde, eine Schulleiterin zu versetzen, bevor eine formelle Entscheidung über eine Schulschließung getroffen wurde?" Die Fragen gehen nachrichtlich auch an die Schulaufsicht und an die BVV.

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