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Deko Behrendt muss schließen. Felix Hackenbruch
© Felix Hackenbruch

Schluss mit Party „Deko Behrendt“ in Schöneberg muss schließen

Felix Hackenbruch

Für viele der Partyausstatter schlechthin: „Deko Behrendt" an der Schöneberger Hauptstraße. Nun muss das Berliner Traditionsgeschäft schließen – wegen Corona.

Draußen am Schaufenster kleben zwei große, rote Plakate. „Wir schließen. Alles muss raus.“ Drinnen sind schon einige Artikel vergriffen, nachbestellt wird nicht mehr. Lücken im Sortiment der Träume.

Das Schöneberger Traditionsgeschäft Deko Behrendt schließt im März 2021.

Seit 1914 besteht die Firma, 1952 öffnete das Geschäft an der Hauptstraße.

Jahrzehnte konnte man hier Partyzubehör, Kostüme und alle erdenklichen Scherzartikel kaufen. Einhornluftballons, Gruselmasken, Toupets, bunte Brillen. Nichts, was es hier nicht gab.

Eine Aufnahme aus einer Werbebroschüre von 1962: "Das Schaufenster ist das Gesicht des Geschäftes." Foto: privat Vergrößern
Eine Aufnahme aus einer Werbebroschüre von 1962: "Das Schaufenster ist das Gesicht des Geschäftes." © privat

Nun ist bald Schluss. „Wegen Corona“, sagt eine Angestellte. Mit Beginn der Pandemie gibt es keine großen Feiern mehr, der Umsatz sei eingebrochen. „Man darf ja nicht mal vor einem Fußballstadion stehen. Und die Aussichten sind ja nicht besser“, sagt die Frau.

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Egal, welche Party anstand: Bei Deko Behrendt in der Hauptstraße 18 wurde man fündig. Mike Wolff Vergrößern
Egal, welche Party anstand: Bei Deko Behrendt in der Hauptstraße 18 wurde man fündig. © Mike Wolff

Am Samstagmittag kommen immer wieder Menschen aus der Nachbarschaft, sehen das Schild und betreten verwundert in den Laden, der über Jahrzehnte zur Hauptstraße gehörte. „Die Kunden sind alle traurig, aber auch die gehen meistens wieder mit einem leeren Korb raus“, sagt die Verkäuferin.

Gruselmasken, Toupets, bunte Brillen: alles da. Mike Wolff Vergrößern
Gruselmasken, Toupets, bunte Brillen: alles da. © Mike Wolff

Pandemiezeiten sind keine Partyzeiten. Bis März habe man noch geöffnet, weil so lange der Mietvertrag bestehe und Kündigungsfristen für Mitarbeiter gelten würden.

Die Entscheidung, dass man schließe, sei schon vor Wochen gefallen – seit Donnerstag hängen die roten Schilder.

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