Sandra Scheeres (SPD), Bildung und Jugend

Sandra Scheeres (SPD), zuständig für Bildung und Jugend. Foto: dpa
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Sandra Scheeres (SPD), Bildung und Jugend

Die 46-jährige Diplompädagogin hat beste Chancen, abermals dem Senat anzugehören – weil sie eine Frau ist: Wenn ihr Posten an einen Mann ginge, wäre nämlich von fünf sozialdemokratischen Senatsposten nur einer weiblich besetzt – der von Dilek Kolat. Ob der Regierende Bürgermeister damit bei den SPD-Frauen durchkäme, gilt als unwahrscheinlich, weshalb Scheeres weiterhin als „zu 99 Prozent gesetzt“ gilt. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass Scheeres’ bisheriger Staatssekretär Mark Rackles der strategische Kopf des Ressorts ist. Allerdings wird dem hochintelligenten SPD-Vizevorsitzenden so ziemlich jedes Amt zugetraut, weshalb sich Beobachter fragen, warum ausgerechnet er weitere fünf Jahre die zweite Geige hinter einer glanzlosen Senatorin in einem Ressort spielen soll, das nicht gerade als Karrieresprungbrett gilt. In jedem Fall ist entschieden, dass Scheeres’ Wissenschaftsressort künftig dem Regierenden zugeschlagen wird. Zugute gehalten wird der Sozialdemokratin ihre kollegiale, unaufgeregte Art und die Tatsache, dass der Jugendbereich unter ihr so gut ausgebaut wurde, dass die Kitaplätze trotz immens steigender Nachfrage immer reichten – weil es genügend Anreize für freie Träger gab, neue Plätze zu schaffen. Für den Schulbereich gilt das nicht: Freie Schulträger werden von der SPD-Linken, zu der auch Scheeres gehört, nur widerwillig unterstützt. Lieber leistet sich das seit 20 Jahren SPD-geführte Ressort weiterhin etliche Schulen, in denen jeder vierte oder fünfte Schüler keinen Abschluss erhält: Die Qualitätskontrolle wurde unter Scheeres vernachlässigt, alle Kraft ging in die Suche nach Quereinsteigern, weil Berlin zu wenig Lehrer ausgebildet hat und mangels Verbeamtung nicht genügend von außen holen kann.

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