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Arbeite dämmen eine Fassade eines Hauses. Künftig werden energetische Sanierungen in Berlin kräftig bezuschusst. Foto: KARA - FOTOLIA
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Renovieren für mehr Klimaschutz Berliner Senat will bis zu 40 Prozent der Kosten für Sanierungen bezahlen

Energetische Sanierungen sollen künftig kräftig gefördert werden. Am Dienstag will der Senat ein 48-Millionen-Euro-Förder-Paket beschließen.

Der Berliner Senat will das energieeffiziente Sanieren von Gebäuden künftig kräftig fördern. Am heutigen Dienstag soll das Programm „Effiziente GebäudePLUS“ verabschiedet werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Wirtschaftsverwaltung hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt.

Das Förderprogramm mit einem Volumen von 48 Millionen Euro richtet sich an Eigentümer von Gewerbe- und Wohnimmobilien. Die maximale Fördersumme je Vorhaben und Kalenderjahr beträgt dabei 500 000 Euro, die Fördersätze reichen von 15 bis 40 Prozent der Gesamtkosten.

Die Investitionsbank Berlin (IBB) soll mit der Durchführung beauftragt werden. Das Programm soll dazu beitragen, die großen Sanierungsbedarfe im Gebäudebestand abzubauen. Der Senat schätzt den Gebäudesektor als einen der Kernfaktoren zur Senkung der CO2-Emmissionen ein. Schon bis 2030 soll eine Reduktion um 60 Prozent erreicht werden.

In der Begründung für das Programm schreibt die Wirtschaftsverwaltung: „Als zentrales Instrument zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele wurde im Januar 2018 das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) verabschiedet. Laut BEK 2030 entfällt rund die Hälfte der Berliner CO2-Emissionen auf Gebäude.“

Bislang liege die Sanierungsrate in Berlin jedoch erst bei rund 0,8 Prozent. Diese soll auf 2,1 Prozent gesteigert werden. Bis 2025 würde dies Sanierungsbedarfe von rund zwölf Milliarden Euro bedeuten, schreibt die Wirtschaftsverwaltung.

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Das Förderprogramm ist in fünf Module untergliedert, in denen Modernisierungen bezuschusst werden. So soll ein besserer Wärmeschutz der Gebäudehülle durch die Dämmung der Außenwände oder den Austausch von Fenstern, gefördert werden. Ebenfalls bezuschusst wird die Erneuerung von Heizungs- und Lüftungsanlagen.

Ein weiteres Fördermodul deckt das Modernisieren digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung ab. Ebenfalls gefördert werden gebäudeindividuelle Sanierungspläne, etwa für denkmalgeschützte Gebäude, oder die Umrüstung von Wohngebäuden zu sogenannten Effizienzhäusern. Dazu ist unter anderem notwendig, dass 55 Prozent des Energiebedarfs für Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Pop will Anreize schaffen, um Häuser klimagerecht zu renovieren

Das Förderprogramm ist für Eigentümer von Wohngebäuden und für Besitzer von Gewerbeimmobilien gedacht. Nur die Module zur Effizienzhaus-Sanierung sind ausschließlich für Wohngebäude möglich. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte dem Tagesspiegel: „Wir müssen das Tempo beim Klimaschutz in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.“ Sie bekräftigte die Bedeutung des Gebäudesektors dafür.

„Um die Klimaschutzziele Berlins zu erfüllen, müssen die Immobilien, die jetzt saniert werden, einen hohen Effizienzstandard erreichen“, sagte Pop. Das Förderprogramm gebe nun einen Anreiz, „Häuser nachhaltig und klimagerecht auf ein neues Level zu heben“. Das Programm soll bis Ende 2024 befristet sein.

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