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Eine Polizeistreife stoppte den Raser, nachdem er mit 214 Stundenkilometern vorbeifuhr. (Symbolbild) Foto: dpa
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Illegale Rennen in Berlin Polizei beschlagnahmt Autos von Rasern

Bei Rot über die Ampel, mit Tempo 80 vorm Streifenwagen gefahren - und noch beschleunigt: Die Berliner Polizei stoppte am Wochenende gleich zwei illegale Rennen.

In Schöneberg und Reinickendorf hat die Polizei zwei illegale Rennen gestoppt. Drei Fahrzeuge und drei Führerscheine wurden beschlagnahmt. Von diesen beiden Fällen berichtete die Polizei am Sonntag.

Gegen 14.30 Uhr am Samstag bemerkte die Besatzung eines Streifenwagens in Schöneberg einen Porsche Panamera und einen Mercedes CLK, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Dudenstraße in Richtung Kolonnenbrücke unterwegs waren. An der Kreuzung zur Hohenfriedbergstraße kamen beide Fahrzeuge an der roten Ampel zum Stehen, um bei "Grün" wieder stark zu beschleunigen.

Im weiteren Verlauf ihrer Fahrt wurde eine Gelb- bzw. Rotphase einer Ampel überfahren, an der sich auch Fußgänger zum Überqueren der Fahrbahn aufhielten. In Höhe der Julius-Leber-Brücke hielten die Polizisten beide Fahrzeuge an und kontrollierten den 27-jährigen Porschefahrer und den 29 Jahre alten Mercedesfahrer. Die Beamten beschlagnahmten beide Autos und die Führerscheine der Raser. Da der Mercedes bauliche Veränderungen aufwies, soll dazu ein technisches Gutachten erfolgen.

Quietschende Reifen

In Reinickendorf wurden an der Kreuzung Roedernallee / Alt-Reinickendorf Polizisten gegen 0.50 Uhr in der Nacht zu Sonntag auf einen BMW 330 und einen Audi aufmerksam, die nebeneinander an einer roten Ampel hielten, bei "Grün" mit quietschenden Reifen stark beschleunigten und mit überhöhter Geschwindigkeit die Roedernallee befuhren. Der Abstand zum Einsatzwagen, der dem Duo mit etwa 80 km/h und zwischenzeitlich mit Blaulicht und Martinshorn folgte, vergrößerte sich zunehmend.

An der Kreuzung Straße Am Nordgraben stoppten die Polizisten den 19-jährigen BMW-Fahrer an einer roten Ampel für Rechtsabbieger, während der Audi-Fahrer bei Grün geradeaus weiterfuhr und flüchtete. Der 19-Jährige musste seinen Weg zu Fuß fortsetzten, denn sein Führerschein und der Wagen wurden nach richterlicher Anordnung beschlagnahmt.

Seit Oktober eine Straftat

Gegen die drei Männer - alle sind türkische Staatsbürger - wird nun wegen des Verdachts der Teilnahme an einem illegalen Autorennen ermittelt. Dies ist erst seit Mitte Oktober 2017 eine Straftat. Wie berichtet, laufen schon mehr als 60 Verfahren wegen illegaler Autorennen. Der Bundestag hatte das Strafgesetzbuch auch im Gefolge des tödlichen Raser-Unfalls an der Tauentzienstraße so verschärft, dass Rennen auch ohne Unfall nicht mehr nur Ordnungswidrigkeiten sind sondern eine Straftat, sogar bei Alleinfahrten.

Andreas Winkelmann, der bei der Amtsanwaltschaft die auf Verkehrsdelikte spezialisierte Abteilung leitet, beschrieb kürzlich die Täter bei solchen Rennen im Tagesspiegel so: „Überwiegend Deutsche zwischen 20 und 30 mit – in dieser Reihenfolge – türkischen, arabischen und russischen Wurzeln."

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