Der Fundort der Kinderleiche befindet sich in Sichtweite des viel befahrenen Halleschen Ufers. Hannes Heine
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Berlin-Kreuzberg Toter Säugling aus dem Elise-Tilse-Park wird beigesetzt

Vor eineinhalb Wochen haben Passanten eine Babyleiche in einer Grünanlage in Kreuzberg gefunden. Mutter oder Vater konnten bisher nicht ermittelt werden.

Nachdem Spaziergänger in der Nacht zum 3. Februar die Leiche eines Säuglings im Kreuzberger Elise-Tilse-Park gefunden hatten, wird das Baby nun beigesetzt. Wie die Polizei mitteilt, erklärte sich ein Bestattungshaus aus Storkow bereit, die Beisetzung kostenlos zu organisieren. Die Friedhofskosten würden durch einen Spender übernommen, der gerne anonym bleiben möchte.

Laut der Polizei hat die gerichtsmedizinische Untersuchung zweifelsfrei ergeben, dass das Mädchen bereits leblos zur Welt kam. Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts oder einer Aussetzung führen die Beamten deswegen nicht. Die Mutter beziehungsweise die Eltern des Säuglings konnten bisher nicht ermittelt werden.

Totgeburten sind in Deutschland selten

Die Bestattung des Kindes findet am Montag, den 18. Februar um 10 Uhr auf dem Friedhof St. Pius/St. Hedwig in Hohenschönhausen statt. Eine Polizeipfarrerin begleitet die Zeremonie, ein Steinmetz fertigt auf eigene Kosten ein Holzkreuz an.

Wie berichtet, waren Passanten in der Nacht vor eineinhalb Wochen mit einem Hund unterwegs, als sie den Säugling gegen 23 Uhr in einem Gebüsch entdeckten. Die Grünanlage befindet sich auf dem Areal des früheren Anhalter Bahnhofs und wird vom Tempodrom, der Möckernstraße, der Schöneberger Straße und dem Halleschen Ufer begrenzt.

In Deutschland sind Totgeburten selten, noch seltener werden Babys getötet. Zuweilen werden verstorbene Kinder in Verstecken abgelegt, womöglich um ungewollte Schwangerschaften zu verheimlichen. Und trotz der Möglichkeit, ein ungewolltes Neugeborenes in einer Babyklappe abzugeben, werden immer wieder auch Fälle getöteter Kinder bekannt. So suchen Ermittler in Berlin auch derzeit die Mütter und Väter toter Kinder.

Einer der Fälle, in denen das Landeskriminalamt auf Hinweise aus der Bevölkerung hofft, ist der Fund einer Babyleiche im Mai 2016 in Wilmersdorf.Ein Spaziergänger hatte im Park am Eisstadion einen toten, in ein rotes Tuch gewickelten Jungen gesehen. Bislang blieb die Suche nach den Eltern des Säuglings ergebnislos. Eine Zeugin hatte ein Paar aus dem Park kommen sehen, die Frau soll verstört und erschöpft gewirkt haben. Ob es sich um die Eltern handelt, ist unklar. 

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