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Fans von Union feiern vor dem Balkon, auf dem die Mannschaft steht, den Sieg. Der Hauptstadt-Club gewann 2:1 (0:0) gegen RB Leipzig und sicherte sich mit dem siebten Platz in der Fußball-Bundesliga die Teilnahme an der neuen Conference League. Foto: John Macdougall/dpa
© John Macdougall/dpa

Pilotprojekt beim FC Union Berlin gescheitert Selbst im Stadion hielten sich Union-Fans nicht an Corona-Regeln

Berliner Sport-Politiker fordern Konsequenzen für Union Berlin. Die FDP hält sogar das Aussetzen aller Pilotprojekte im Fußball für denkbar.

Je länger die illegale Partys der Union-Fans her ist, desto härter wird die Kritik an Verein und Fans. Die Berliner Innenverwaltung sieht nun nach anfänglich verhaltener Reaktion „Hinweise, dass auch im Stadion nicht immer die genehmigten Vorgaben eingehalten wurden“. Sie verspricht nun, das Pilotprojekt genau zu analysieren und hat den Verein um Stellungnahme gebeten.

Zuvor hatte sich bereits Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) deutlich geäußert: „Es wird ein Nachspiel geben mit dem FC Union. Man muss sehen, ob solche Dinge in Zukunft auch möglich sind oder nicht“, sagte Müller dem rbb.

Nach der Party von bis zu 4000 Union-Fans ohne Masken und Abstand neben dem Stadion hatte es am Pfingst-Wochenende kaum Reaktionen aus der Landespolitik gegeben. Union Berlins Vereinschef Dirk Zingler behauptete erst sogar, die Party sei abgesprochen gewesen, was der Chef der Berliner Senatskanzlei, Christian Gaebler, zurückwies.

Auf Anfrage des Tagesspiegel-Newsletters Checkpoint fanden am Dienstagabend auch die Sportpolitiker der meisten Fraktionen im Abgeordnetenhaus deutliche Worte für die Party: „Das Pilotprojekt ist gescheitert“, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU, Stephan Standfuß. „Wofür ich kein Verständnis habe, ist, dass man nicht wenigstens die Masken aufbehalten hat. Es kommt einem so vor, als wenn das ausgenutzt wurde.“

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Dennis Buchner, Sportpolitiker in der SPD-Fraktion, sagte: „Die Fanparty im Anschluss an das Spiel fand ich respektlos gegenüber denen, die seit langem aufs Sporttreiben verzichtet haben, um Kontakte zu reduzieren.“ FDP-Mann Stefan Förster hält es sogar für denkbar, sich bei Pilotprojekten zunächst auf andere Sportarten zu konzentrieren, „wo eine diszipliniertere Atmosphäre bei den Fans herrscht“.

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Grünen-Sportpolitikerin Nicole Ludwig zeigte zwar Verständnis für die Freude der Fans, hält die Party aber „für einen Bärendienst“.

Man dürfe „beim Infektionsschutz nicht mit zweierlei Maß messen“, sagte Ludwig und nahm Sportsenator Andreas Geisel (SPD) in die Pflicht. „Ich erwarte, dass der Sportsenator hier entsprechend reagiert.“

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