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Blick auf die Frontfassade des Metropols am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg. Foto: Thilo Rückeis
© Thilo Rückeis

Musikhistorie in Berlin-Schöneberg Als Westbam das Metropol entdeckte

Berlin, eine raue Stadt? Das hat unser zugereister Autor so nicht erlebt, sein Kronzeuge ist ein großer zugereister DJ. Eine Glosse.

Berlin gilt ja als rau. Zieht man Vergleiche, wirkt das übertrieben. Mit Blick aufs Nachtleben zum Beispiel habe ich das im Kontrast zu meiner alten Heimat Ruhrgebiet ganz anders erlebt: entspannt, vielfältig, weitgehend frei von Männlichkeitsritualen.

Zur Metropol-Historie, die meine Kollegin Sigrid Kneist anlässlich eines Forschungsprojekts zum Theaterbau am Nollendorfplatz beschreibt [T+ Abo], ergänze ich hier eine Metropol-Anekdote aus den Achtzigerjahren, die DJ Westbam in seiner Autobiografie „Die Macht der Nacht“ erzählt und in der ich mich sehr zu Hause fühle.

„Tropisch-feuchte Luft, Nebelschwaden und ein pulsierender Sound kamen mir entgegen. Langsam tauchten einzelne Gestalten im Nebel auf. Bärtig, trugen Bikerboots, Lederjacken, Lederjeans und auf dem Kopf Lederkappen. Einer hatte eine Sonnenbrille auf.“

Westbam war „für eine Sekunde erschrocken“, denn die „Typen sahen hardcore aus, so wie Auge, der Türsteher und Rocker, der mir als Punk im Old Daddy in Dortmund auf die Schnauze gehauen hatte“.

Doch dann „drehte sich einer von den Ledertypen zur Bar um, und ich sah, dass er ein kreisförmiges Loch in seine Lederjeans geschnitten hatte, durch das seine Pobacken herausschauten“. Das sah „gleich viel weniger
martialisch“ aus.

Westbam war angekommen am Ort, der ihn und seine Musik stark beeinflussen sollte.

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