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Seit Januar ist die neue Baureihe 483/484 der S-Bahn im Einsatz.  Foto: Jörn Hasselmann
© Jörn Hasselmann

Modernisierung der Flotte Neue Berliner S-Bahn-Züge könnten früher eingesetzt werden als geplant

Weitere Züge der neuen S-Bahn sollten eigentlich erst ab Sommer 2022 fahren. Damit sie nicht ungenutzt herumstehen, ist ein Betriebsstart im Herbst im Gespräch.

Die Flotte der Berliner S-Bahn könnte früher erneuert werden als bislang geplant. „Wir sind mit dem VBB im Gespräch, die Serienfahrzeuge möglichst schon im Herbst zum Einsatz zu bringen“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner.

Die weiteren Züge der neuen Baureihe 483/484 sollen nach dem Vertrag mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erst ab Sommer 2022 in Betrieb genommen werden, dann auf der Linie S46 zwischen Königs Wusterhausen und Westend. Doch das Herstellerkonsortium aus Siemens und Stadler kann einige Fahrzeuge der Serie schon in diesem Sommer liefern.

Diese sollten nicht ungenutzt herumstehen, sondern am besten gleich zum Einsatz kommen, findet Buchner. „Wir wollen die neue Qualität den Fahrgästen schon früher zur Verfügung zu stellen“, sagte er. Entweder könnte dadurch kurzfristig das Angebot im Netz erweitert werden, oder die neuen Bahnen würden die alten Modelle der Baureihe 485 schon früher stückweise ersetzen.

Alle Baureihen vereint in Grünau: Links die beiden neuen Züge 483 und 484. Rechts davon 485, 480 und 481. Foto: S-Bahn Berlin / Peter Buchner Vergrößern
Alle Baureihen vereint in Grünau: Links die beiden neuen Züge 483 und 484. Rechts davon 485, 480 und 481. © S-Bahn Berlin / Peter Buchner

Durch eine Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Linke) war im Dezember 2020 bekannt geworden, dass ein Teil der neuen Züge nach Lieferung bis zu acht Monate auf seinen vertragsgemäßen Einsatz auf der S46 warten könnte. Buchner hatte damals erklärt, mit dem VBB über einen früheren Betrieb verhandeln zu wollen.

Der VBB reagierte auf Anfrage in der Sache indes reservierter. Der Verkehrsverbund und die Länder würden einen früheren Einsatz „nicht grundsätzlich“ ausschließen, sagte ein Sprecher. „Jedoch sind vor einer Entscheidung noch verschiedene offene Fragen zu klären, die der S-Bahn Berlin GmbH auch bekannt sind.“ Dazu befände man sich in der gemeinsamen Abstimmung.

Anlass für Buchners Ankündigung war ein Pressegespräch anlässlich einer ersten Bilanz der neuen Baureihe 483/484 hundert Tage nach dem Betriebsstart. Am 1. Januar waren die zehn Vorserienwagen des neuen Modells erstmals im Fahrgastbetrieb im Einsatz.

Der Innenraum der "Neuen" hat Sitzpolster wie die Regionalzüge Foto: Jörn Hasselmann Vergrößern
Der Innenraum der "Neuen" hat Sitzpolster wie die Regionalzüge © Jörn Hasselmann

Seither hätten sie sich sehr bewährt, resümierte der S-Bahn-Chef. Die ersten neuen S-Bahnen in Berlin seit 2004 seien „ein riesiger Sprung in die Zukunft“. Die neue Flotte zeige, was heute im Fahrzeugbau möglich sei. Unter anderem durch eine Klimaanlage und bessere Fahrgastanzeigen sei der Komfort höher.

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Auch während des harten Wintereinbruchs im Februar habe es anders als mit den früheren Baureihen keinerlei Probleme gegeben. „Da haben die Fahrzeuge bewiesen, dass sie konstruktionsbedingt viel besser damit zurechtkommen.“

Jedoch gibt es auch bei den Vorserienfahrzeugen noch Probleme. So können die Wagen wegen eines Softwarefehlers weiterhin nur in der Betriebswerkstatt entkuppelt und verbunden werden. Erst ein Update im Sommer werde diese Störung beheben, sagte Jochen Strippel, Leiter des Fahrzeugmanagements bei der S-Bahn Berlin.

Insgesamt schafft die Bahn für den Betrieb auf dem Ring und im Südost-Netz 382 Wagen der neuen S-Bahngeneration an.

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