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Bisher endet die U3 am Bahnhof Krumme Lanke. Der Mexikoplatz liegt nur wenige hundert Meter entfernt. Thilo Rückeis
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Krumme Lanke bis Mexikoplatz Die Verlängerung der Berliner U3 kommt nicht voran

Verkehrsplaner und Politiker sind sich einig, dass die Strecke kommen soll. Aber die Finanzierung ist noch nicht geklärt.

Nur einige hundert Meter wäre die Verlängerung der U-Bahnlinie U3 zum Mexikoplatz lang, unter Verkehrsplanern und Politikern herrscht weitgehend Einigkeit, dass die Strecke in Zehlendorf kommen soll. Dennoch geht es bei der Verbindung aktuell offenbar nicht wie erhofft voran.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben Pläne erarbeitet, wie eine Verlängerung der Linie bis zum Mexikoplatz aussehen könnte. In der bevorzugten Variante würde der neue U-Bahnhof direkt unter dem Mexikoplatz liegen und könnte täglich bis zu 15 000 zusätzliche Fahrgäste bringen. Die Kosten würden in dieser Konzeption bei geschätzten 48,6 Millionen Euro liegen.

Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) hatte sich wiederholt dafür ausgesprochen, die kurze Strecke in Angriff zu nehmen. Zuletzt kündigte sie Mitte Februar an, noch im März dazu eine Vorlage in den Senat einzubringen.

Seither allerdings ist nichts passiert – schuld daran sei die BVG, heißt es in Günthers Haus: Die Senatsverwaltung habe die BVG „im Januar gebeten, ausgehend von ihrer damaligen Konzeption ein Finanzierungskonzept zum U3-Lückenschluss vorzulegen“, sagte Sprecher Jan Thomsen. Die Frage, „ob eine mindestens zwei Jahre dauernde Nutzen-Kosten-Untersuchung nötig wird, ist offen, bis dieses Finanzierungskonzept vorliegt.“ Erst darauf aufbauend könne die Verkehrsverwaltung eine Senatsvorlage erarbeiten.

Noch ungeklärt ist demnach die Frage, wie die Untergrundstrecke finanziert wird. Möglich wäre der Versuch, die Kosten zum Großteil durch den Bund tragen zu lassen. Dieser übernimmt bis zu 75 Prozent der Ausgaben von Verkehrsinfrastrukturprojekten. Nötig ist dafür jedoch, dass die Vorhaben ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Die dafür nötige Untersuchung würde das Projekt um zwei Jahre verzögern.

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Die Alternative wäre, den Bau als betrieblich nötige Maßnahme finanzieren zu wollen. Möglich wäre etwa, die Strecke im Zuge von Baumaßnahmen für zusätzliche Aufstellanlagen für Züge zu verlängern. In der Verkehrsverwaltung warte man auf eine Kostenkalkulation für ein solches Vorhaben bislang jedoch vergebens, heißt es aus Günthers Haus. Solange passiere vorerst nichts. Die BVG wollte sich auf Anfrage nicht zu den U-Bahn-Plänen äußern.

Das Projekt müsse wie alle anderen vorgeschlagenen U-Bahnverlängerungen Priorität bekommen, fordert derweil Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Auch FDP-Verkehrspolitiker Henner Schmidt verlangt, mit den Planungen und der Einwerbung von Bundesmitteln unverzüglich zu beginnen.

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