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Aus Grün wird Grau: So sehen die Kreuzberger Punkte wenige Tage nach ihrer Premiere aus. Foto: Ingo Salmen
© Ingo Salmen

Kreuzberger Bergmannstraße Grüne Punkte, aber alles andere als nachhaltig

Erst ließen die grünen Punkte auf der Bergmannstraße Anwohner rätseln, dann wechselte der Anstrich seine Farbe. Eine Analyse der Kreuzberger Farbsymbolik.

Mit Grün kann man eigentlich nichts falsch machen. Die Farbe ist weltweit positiv besetzt, nicht nur als universelles Symbol für Natur, sondern wahlweise auch als Farbe der Auferstehung, des Propheten und des Lebens.

„Grün bezeichnet als Signalfarbe das Normale, Unproblematische, Positive oder Ordnungsgemäße“, weiß man bei Wikipedia. Zudem steht die Farbe nicht erst seit dem Müllverwertungssiegel „Grüner Punkt“ für Nachhaltigkeit.

Welche Farbe lag da näher, als das grün regierte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beim Umbau der Bergmannstraße zur verkehrsberuhigten Zone große Punkte und Piktogramme auf die Straße pinseln ließ?

Der Sinn der laut Rathaus 146.500 Euro teuren Aktion erschloss sich vielen Anwohnern zwar nicht. Aber wird schon was Gutes sein, ist ja grün.

Allein, schon kurz nach der Malaktion verwandelte sich das Grün in ein gelbliches Grau, das statt Frische und Aufbruch eher Trübsinn und Stillstand vermittelt.

Ein klassischer Fall von Greenwashing? Auf jeden Fall ein weiterer Beleg für die Erkenntnis, die sich auch auf manch andere Idee aus dem bezirklichen Rathaus übertragen lassen dürfte: Nur weil etwas grün ist, ist es noch lange nicht nachhaltig.

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