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Mindestens acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde soll die Spree von Südosten nach Berlin bringen. Das schafft sie seit Jahren nur noch selten. Foto: Stefan Jacobs
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Update Klimawandel und Wirtschaftswachstum Versorger warnen vor Trinkwassermangel in Berlin und Brandenburg

16 Wasserversorger fordern von der Politik Hilfe, damit der Region nicht das Trinkwasser ausgeht. Tesla ist als Abnehmer keineswegs das Hauptproblem.

Wenn es beim Wasser so weiterläuft wie bisher, könnten Berlin und das Umland in künftigen Sommern auf dem Trockenen sitzen. Damit es nicht soweit kommt, haben sich 16 Versorger aus der Region zusammengetan, um gemeinsam die Lage zu analysieren und Konsequenzen zu veranlassen. 

Die Analyse, die der Berliner Umweltsenatorin Regine Günther und dem Brandenburger Umweltminister Axel Vogel (beide Grüne) präsentiert wurde, ist dramatisch: Der Wasserbedarf der Hauptstadtregion dürfte bis zum Jahr 2050 zeitweise um die Hälfte wachsen – zu viel, um die Versorgung unter den heutigen Rahmenbedingungen rund ums Jahr abzusichern.

Der Mehrbedarf soll zum einen aus dem Bevölkerungswachstum resultieren, das nach Auskunft von Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben für den Speckgürtel mit zwölf (Nordwesten) bis 25 Prozent (Südwesten mit Potsdam) angenommen wird und für Berlin mit 16 Prozent.  

Zum anderen werde mit weiteren Gewerbeansiedlungen gerechnet – mit dem größten Mehrbedarf rund um den Flughafen BER, der sich noch deutlich stärker bemerkbar machen soll als die neue Tesla-Fabrik.

Bei Lübben im Unterspreewald speist die Spree ausgedehnte Fischteiche. Was hier verdunstet, fehlt in Berlin. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Bei Lübben im Unterspreewald speist die Spree ausgedehnte Fischteiche. Was hier verdunstet, fehlt in Berlin. © Stefan Jacobs

Außerdem wurde in der Prognose berücksichtigt, dass die Zahl der heißen Tage durch den Klimawandel weiter zunehmen wird. Zur Hitze, die Verbrauch und Verdunstung massiv steigen lässt, kommen immer längere Trockenperioden, wie die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt.

Das Niederschlagsdefizit in der Region wird immer größer, die Speicher sind bis hinauf in die sächsische Oberlausitz schon jetzt bedenklich leer. Die Talsperre Spremberg als letzter großer Spreespeicher vor Berlin ist laut dem Brandenburger Landesumweltamt zurzeit nur zu etwa 40 Prozent gefüllt - weit geringer als das für diese Jahreszeit vorgesehene Minimum. Sowohl die Spree als auch Havel und Dahme führen kaum die Hälfte der sonst im Dezember üblichen Wassermengen.

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Damit das Wasser auch künftig reicht, sollen Leitungsverbünde zwischen den bisher nur lokal agierenden Versorgern geprüft, Netze für weniger Wasserverluste optimiert und Info-Kampagnen zur bewussten Nutzung des Wassers gestartet werden.

Mit einer Schleusung fließen tausende Liter gestautes Wasser ab - wie hier in Wendisch Rietz im Spree-Verbund. Im Sommer 2020 wurde der Betrieb schon zeitweise eingeschränkt. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Mit einer Schleusung fließen tausende Liter gestautes Wasser ab - wie hier in Wendisch Rietz im Spree-Verbund. Im Sommer 2020 wurde der Betrieb schon zeitweise eingeschränkt. © Stefan Jacobs

Von der Politik fordern die Versorger, den Vorrang der Trinkwasserförderung vor anderen Nutzungen – etwa durch Landwirtschaft und Schleusenbetrieb – gesetzlich zu sichern. 

Teilweise gebe es auch rigorose Förderbeschränkungen aus Naturschutzgründen oder wegen Altlasten im Boden. Als Maßstab soll gelten, dass das verfügbare Angebot an Wasser jederzeit deutlich größer als die Nachfrage sein müsse.

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