Rund 300 Menschen blockieren die Oberbaumbrücke bei einer Kundgebung der Bewegung "Extinction Rebellion". Foto: Christoph Soeder/dpa
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Update Klimaproteste in Berlin Blockade der Oberbaumbrücke beendet

Christoph Kluge

Seit Montagmittag demonstriert die Klima-Initiative "Extinction Rebellion" auch in Berlin. In London hatte sie öffentlichkeitswirksam Brücken besetzt.

Rund 300 Klimaschutz-Aktivisten haben am Nachmittag die Oberbaumbrücke in Friedrichshain-Kreuzberg blockiert. Gegen 19 Uhr waren auch die letzten Demonstranten der Aufforderung der Polizei nachgekommen und verließen die Fahrbahnstreifen. Einige von ihnen mussten Beamte von der Brücke tragen, teilte die Polizei auf Twitter mit. Gut zweieinhalb Stunden war die Oberbaumbrücke für den Autoverkehr gesperrt.

Hinter der Aktion steht der deutsche Ableger der Initiative "Extinction Rebellion", die bereits in London Ende November bei Klimaprotesten mehrere Themsebrücken blockiert hatte. Die Aktivisten wollen mit ihren Protesten unter anderem die Regierung zum Handeln gegen den Klimawandel aufrufen.

Bis zum Mittag hatten mehr als 100 Aktivisten an mehreren Orten der Stadt demonstriert. Vor dem Reichstagsgebäude wurde "Erklärung der Rebellion" verlesen, seit 14 Uhr läuft eine Kundgebung an der Jannowitzbrücke mit dem Titel "Reclaim the streets" mit rund 500 Teilnehmern, von einer Einzelperson angemeldet. Es kamen rund 100 Aktivisten.

Die Umweltaktivisten fordern von der Bundesregierung die Ausrufung eines Klimanotstandes. Foto: Christoph Soeder/dpa Vergrößern
Die Umweltaktivisten fordern von der Bundesregierung die Ausrufung eines Klimanotstandes. © Christoph Soeder/dpa

Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin am Morgen via Twitter mitteilte, wurde die Tanzveranstaltung von der Verkehrslenkung jedoch untersagt: "Wir konnten es nicht erlauben, dass  dort getanzt wird, weil das eine Schwingung versursacht, deren Effekte die Brücke in Gefahr bringen können“, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit. Diese könne bis zu einem Vielfachen höher sein als beim normalen Verkehr.

Bei anderen Veranstaltungen im „Gleichschritt“, die über Brücken führen, werde genau geprüft, welche Frequenzen zu erwarten seien - etwa beim Marathon, wo die Beschaffenheit der jeweiligen Brücke und die Anzahl der Läufer berücksichtigt werde.

Um kurz nach zwölf Uhr hatten sich etwa ein Dutzend Aktivisten am Rande der Jannowitzbrücke versammelt und trafen Vorbereitungen für eine Kundgebung. Teilnehmer hier gingen jedoch davon aus, dass die Tanzveranstaltung stattfinden werde. Am Mittag fanden sich außerdem etwa 70 Menschen am Reichstagsgebäude zu einer Spontan-Demonstration ein.

Auf der Jannowitzbrücke soll am Montag eine Klima-Demo stattfinden. Foto: Mike Wolff Vergrößern
Auf der Jannowitzbrücke soll am Montag eine Klima-Demo stattfinden. © Mike Wolff

Mit Blick auf die angekündigten Brücken-Blockaden sagte eine Polizeisprecherin: "Wir kennen die Veröffentlichungen und werden uns das genau angucken, aber man muss abwarten. Die Polizei wird vor Ort sein wie bei anderen Kundgebungen in der Stadt auch."

Auf der Webseite der Initiative heißt es zum Protesttag: "Wir erklären der Regierung die Rebellion. Später fluten wir die Straßen und bilden mit unseren Körpern friedliche Straßenblockaden auf Spreebrücken. Wir bringen den normalen Stadtbetrieb auf den Straßen zum Erliegen, damit die Krise nicht weiter ignoriert werden kann."

Die Aktion solle bunt, vielfältig und gewaltfrei werden, heißt es weiter: "Wir gehen bewusst in den zivilen Ungehorsam und tragen die Konsequenzen gemeinsam und solidarisch. Wir empfehlen keine Identitätsverweigerung und wir zeigen keinen aktiven Widerstand gegen die Polizei." Vom 16. bis 26. April sind weitere bundesweite Aktionen geplant.

Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrieren Jugendliche in Berlin und ganz Deutschland ebenfalls gegen den Klimawandel. Zu einer Großveranstaltung Ende März in Berlin mobilisierte "Fridays for Future" über 20.000 Teilnehmer.

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