Anfang Februar demonstrierten bereits Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes anlässlich der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst Foto: Christoph Soeder/dpa
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Kinderschutz in Berlin Jugendämter streiken für mehr Geld

Personalmangel, Arbeitsberge und zu viel Verantwortung: Berlins Jugendämtern geht es schlecht. Deshalb fordern die Angestellten bessere Bezahlung.

Kaum ist der Streik der BVG beendet, stehen in Berlin erneut Arbeitsniederlegungen an: Für den heutigen Dienstag ruft die Gewerkschaft Verdi Mitarbeiter von Jugendämter und Freizeiteinrichtungen für Teenager zum Ausstand auf. Es ist der dritte Warnstreik innerhalb weniger Tage im öffentlichen Dienst in Berlin.

Die Organisatoren haben eine Demonstration angemeldet, die um 8.30 Uhr vor dem Verdi-Haus am Paula-Thiede-Ufer in Mitte beginnt und um 10 Uhr vor der Senatsverwaltung für Finanzen in der Klosterstraße stoppt. Hausherr Matthias Kollatz (SPD) führt in dem Tarifstreit die Verhandlungen für die Arbeitgeberseite. Im Anschluss wollen die Demonstranten weiter zur Bildungsverwaltung in der Bernhard-Weiß-Straße ziehen. Die Gewerkschaft erwartet 300 Teilnehmer.

Seit Jahren kämpfen die Sozialarbeiter für eine Aufwertung ihrer Tätigkeit. „Wir haben den Eindruck, dass Beschäftigte in den Jugendämtern und die Sozialarbeiter bei den Diskussionen um eine bessere Bezahlung vergessen werden“, sagt Anna Sprenger, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi. Arbeitsberge türmten sich in den Ämtern, Verantwortung verteile sich auf zu wenige Schultern, Personalverstärkung sei kaum zu finden. Auch die Berliner Senatsverwaltung für Jugend räumte im November ein, dass der Kinderschutz in der Hauptstadt „nicht mehr gewährleistet werden kann“.

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