In Berliner Kitas wurden bisher vor allem Infektionen beim Personal festgestellt. Monika Skolimowska/dpa
© Monika Skolimowska/dpa

Kinder oder Erzieher infiziert 85 Berliner Kitas von Schließungen betroffen

Die Zahl der betroffenen Einrichtungen stieg um 40 Prozent innerhalb von fünf Tagen. Trotz der Ferien wurden vereinzelt auch für Schulen Infektionen bekannt.

Um 40 Prozent ist innerhalb von fünf Tagen die Zahl der Kitas gestiegen, die von Quarantänemaßnahmen betroffen waren: An diesem Freitag waren 36 Kitas vollständig und 49 gruppenweise geschlossen, teilte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Jugend, Iris Brennberger, auf Anfrage mit. Zum Vergleich: Noch am Montag waren 27 komplett zu und 33 teilweise betroffen.

Auch die aktuell betroffenen Einrichtungen machen allerdings nur drei Prozent der 2700 Berliner Kitas aus. Im kinderreichen Pankow waren in den vergangenen zwei Wochen vier Kitas von (Teil)Schließungen betroffen, wie Gesundheits- und Bildungsstadtrat Torsten Kühne (CDU) dem Tagesspiegel mitteilte.

Was die Schulen anbelangt, so ist aufgrund der Infektionslage in Berlin und auch in den Feriengebieten davon auszugehen, dass etliche Schüler und Lehrer in den vergangenen zwei Wochen infiziert wurden.

Dies legen auch Zahlen aus Pankow nahe. Dort waren nach Angaben Kühnes während der Ferien je ein Lehrer oder Schüler von acht Oberschulen, zwei Berufsschulen und einer Grundschule von einer Neuinfektion betroffen, darunter zuletzt das Max-Delbrück-, Carl-von-Ossietzky- und Rosa-Luxemburg-Gymnasium, die Theresienschule, die Bötzow-Grundschule sowie die Berufliche Schule für Sozialwesen, das OSZ Max Bill.

In Neukölln führte eine vor 14 Tagen festgestellte Infektion unter den Mitarbeitern an der Janusz-Korczak-Schule dazu, dass bis zum 23. Oktober zehn Erzieherinnen und Erzieher sowie 119 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne mussten.

Neuköllns Stadträtin erwartet verschärfte Maskenpflicht

Neuköllns Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) begrüßte am Freitag die Entscheidung der Senatsverwaltung für Bildung, das Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen anzuordnen. Bei der derzeitigen Infektionslage könne das jedoch "nur ein erster Schritt" sein. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, hält Korte die Ausweitung der Maskenpflicht "auf alle anderen Schulstufen für folgerichtig".

Keine aktuellen berlinweiten Zahlen zu Infektionen an Schulen

Mit Hinweis auf die Herbstferien gab die Senatsverwaltung für Bildung am Freitag allerdings keine berlinweiten Überblickszahlen zu Corona-Infektionen an Schulen heraus. Dabei dürfte es einiges zu berichten geben, denn die Horte sind geöffnet und 7500 Schüler nahmen an der Ferienschule teil.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Zur Begründung hieß es, dass wegen der Ferien die „Vergleichbarkeit“ und die „Aussagekraft“ fehle: „Die Lehrkräfte sowie die Schüler, die in den Ferien positiv getestet wurden sowie ihre Kontaktpersonen, kommen ja am Montag nicht in die Schulen. Es sei denn, sie sind aus der Quarantäne raus“, erläuterte Sprecherin Iris Brennberger.

Zuletzt waren 186 Lerngruppen in Quarantäne

Die letzten berlinweiten Zahlen stammen vom 8. Oktober, dem Tag vor Beginn der Herbstferien. Damals waren in den Berliner Schulen 186 Lerngruppen in Quarantäne, davon allein 83 in Neukölln. An allgemeinbildenden Schulen waren knapp über 200 Schüler und Schülerinnen positiv getestet worden, zudem knapp 50 Lehrkräfte. An den berufsbildenden Schulen waren 55 Schüler und keine einzige Lehrkraft infiziert.

Um das Infektionsgeschehen insgesamt besser nachvollziehen zu können, untersucht die Charité die Verläufe an je zwölf Kitas, Grund- und Oberschulen.

Zur Startseite