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Der Guide Michelin hat seine Auszeichnungen verteilt. Auch in Berlin und Brandenburg gibt es neue Sterne. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
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„Irma La Douce“ und „Fält“ erstmals ausgezeichnet Berlin bekommt trotz der Krise zwei Michelin-Sterne

Der Guide Michelin hat seine aktuellen Auszeichnungen verteilt. Berlin hat eine leicht positive Bilanz - in Brandenburg fällt sie negativ aus.

Das Jahr 2020 war für die Restaurantbranche eine verheerende Erfahrung – aber ein paar Köche haben nun nachträglich Grund zur Freude, auch in Berlin. Denn trotz der stark eingeschränkten Öffnungszeiten gibt es neue Michelin-Sterne, und zwei davon entfallen auf die Hauptstadt: Die Restaurants „Irma La Douce“ in der Potsdamer Straße mit Küchenchef Michael Schulz sowie das „Fält“ in der Schöneberger Vorbergstraße von Björn Swanson werden erstmals mit einem Stern ausgezeichnet. Für Swanson war es keine ganz neue Erfahrung, denn er hatte die Auszeichnung bereits für seine Arbeit im „Golvet“ erhalten.

Das ist insgesamt für Berlin sogar eine leicht positive Bilanz, denn gestrichen wurde nur der Stern für das geschlossene „Savu“. Hier waltete offenbar Milde, denn alles können die Michelin-Inspektoren unmöglich getestet haben – das „Cinco“ in Tiergarten beispielsweise war seit dem ersten Shutdown keinen einzigen Tag mehr geöffnet.

Gestrichen wurden auch drei von insgesamt zwölf „Bib Gourmand“ für gute und preiswerte Küche – dies traf das „Colette Tim Raue“, das „Lokal“ und die „Rutz Weinbar“, muss aber nicht unbedingt kulinarische Gründe haben. Es könnte auch daran liegen, dass die Preisgrenze für diese Auszeichnung überschritten wurde. Indiz: Auch in München ist das „Colette“ den Bib los.

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In Brandenburg ist die Bilanz dagegen negativ: Der Stern für das „17fuffzig“ im Hotel Zur Bleiche wurde gestrichen, da das Restaurant faktisch nicht mehr existiert. Das Bayrische Haus in Potsdam dagegen hat die offenbar haltlosen Gerüchte über die Umwandlung in eine Kurklinik unbeschadet überstanden und trägt nun zusammen mit dem „Kochzimmer", ebenfalls in Potsdam die beiden einzigen Sterne in Brandenburg. Interessant für Ostsee-Touristen, so es sie denn bald wieder gibt: Tom Wickboldt, früher „O´Room“ in Usedom, hat nun im „Kulmeck“, ebenfalls in Heringsdorf, erneut einen Stern.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals besonders nachhaltig wirtschaftende Restaurants ausgezeichnet

Der Guide Michelin hatte im vergangenen Jahr erstmals Restaurants gewürdigt, die besonders nachhaltig wirtschaften von der Beschaffung der Grundprodukte über das kulinarische Konzept bis zum Abfallmanagement. In der neuen Ausgabe wird diese Idee zum „grünen Stern“ ausgebaut, der an insgesamt 35 Restaurants bundesweit vergeben wurde.

In Berlin erhalten ihn die Restaurants Lode &Stijn sowie Tisk. In ganz Deutschland hat der Michelin 25 Restaurants neu besternt, drei davon auch erstmals mit zwei Sternen: Das "Esplanade" in Saarbrücken, das „Ösch Noir“ in Donaueschingen (nur zwei Jahre nach dem Start) und das „Goldberg“ in Fellbach bei Stuttgart.

Streichungen wurden vor allem bei inzwischen geschlossenen Restaurants vorgenommen

In etwa dem gleichen Umfang wurden Streichungen vorgenommen, überwiegend, weil die betreffenden Restaurants geschlossen sind. Unerwartet war die Rückstufung von Klaus Erfort in Saarbrücken, der nun nur noch zwei Sterne hat. Torsten Michel in der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, die im Frühjahr abgebrannt war, wurde trotzdem erneut mit drei Sternen ausgezeichnet, die dem kurzfristig aufgebauten Restaurant „Temporaire“ gelten.

Schließlich wurden erstmals Sonderpreise vergeben: Altmeister Hans Haas, langjähriger Chef im Münchener „Tantris“, trägt nun den „Mentor Chef Award“, Philipp Stein (Steins Traube, Mainz), hat, obwohl schon 31, den „Young Chef Award“, und Heike Philipp, Restaurantleiterin im eigenen Restaurant in  Sommerhausen, gewann den „Service Award“.

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