In Sommerlaune. Künstler des Friedrichstadt-Palastes stimmten die Gäste auch im vergangenen Sommer beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters im Roten Rathaus ein. Foto: Paul Zinken/dpa
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Hoffest im Roten Rathaus Berlins Landespolitik gönnt sich eine Sommerparty

Der Regierende Bürgermeister lädt zum Hoffest im Roten Rathaus. Zur Einstimmung gab es ein Spargelessen der Berliner Pressekonferenz.

Die Einstimmung auf das diesjährige Hoffest des Regierenden Bürgermeisters war zufällig aufeinander folgenden Terminen geschuldet und hätte nicht symbolgeladener sein können. Mit vier Regierenden Bürgermeistern der Stadt, einem amtierenden und drei ehemaligen, bei einem festlichen Spargelessen zu sitzen, ist in diesen Tagen ein ganz besonderes Erlebnis. Es vermittelt den Eindruck einer politischen Stabilität, die derzeit in weiter Ferne zu sein scheint.

Am Montagabend sind im Restaurant Hugo ganz oben im Hotel Interconti auf Einladung der Berliner Pressekonferenz die Spitzen der Gesellschaft zusammengekommen, und darunter eben auch Michael Müller, Klaus Wowereit, Walter Momper und Eberhard Diepgen, dreimal SPD, einmal CDU.

Nur die kurzfristige Absage der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, die Gastgeber Thomas Klein in einer launigen Begrüßungsansprache als „Rücktritt von der Rolle des Ehrengastes“ an diesem Abend verkauft, lässt darauf schließen, dass die politische Welt gerade nicht ganz so junisonnig ist, wie sich das frühlingshafte Berlin aus der Perspektive des Panoramablicks von hier oben präsentiert.

Was die Rede betraf, wusste man sich zu helfen, ging ja nicht anders. Während manche Gäste noch über die verpasste Chance für die CDU-Chefin sprechen, die doch hier vor einem ebenso meinungs- wie reichweitenstarken Publikum in ihrer Festrede manches hätte zurechtrücken können, sammelt sich vor dem Mikrofon schon ein kleines Podium aus Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, TV-Produzent Claus Strunz und Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff, die in einem kleinen Meinungsfeuerwerk blitzschnell eine Fülle von Impulsen für die Gespräche des Abends generieren, zwischen den neuen Herausforderungen für Parteien und Politik bis zur Überflüssigkeit von Panik.

Unruhige Zeiten sind kein Grund zur Panik

So hatte es Thomas Klein auch angekündigt. Vom Ausbleiben Kramp-Karrenbauers habe man sich inspirieren lassen, „unsere Kompetenzen in den eigenen Reihen zu nutzen“. „Was ist, wenn sich keine Politiker mehr finden, die sich zutrauen, das zu tun, was getan werden muss“, fragte Casdorff. Und wusste auch gleich einen Lösungsansatz: „Das Basisdemokratische haben wir nicht zu fürchten. Wir müssen uns dem aussetzen, dann werden wir auch etwas lernen.“ Pohl warb fürs Innehalten, fürs Kuratieren von Nachrichten auch mit ethischen Maßstäben. Mäzenin Ruth Cornelsen lauschte ebenso wie die Senatorinnen Ramona Pop und Regine Günther. BVG-Chefin Sigrid Nikutta trug zum blauen Hosenanzug das BVG-Tuch, auch „weil es so ein praktischer Schutz gegen Klimaanlagen ist“.

Knapp 4000 Gäste werden im Roten Rathaus erwartet

Der Regierende Bürgermeister plauderte angeregt im Laufe eines Abends, der immer beschwingter wurde. Dass er schon am Dienstagabend in den Höfen des Roten Rathauses selber knapp 4000 Gäste erwartete, ließ er sich nicht anmerken. Unterstützt vom schönsten Wetter, das man in Berlin so erleben kann, wollten sich hier vor allem die großen Player der Stadt von ihrer besten Seite zeigen.

Partner wie die Berliner Wasserbetriebe, die „Bar jeder Vernunft“, die Lotto-Stiftung, der Friedrichstadt-Palast, die Freunde des Deutschen Herzzentrums, Curry 36, der Kinderzirkus Cabuwazi, die Messe, die Deutsche Oper und der VBKI vermitteln in ihrer bunten Mischung ja ein ganz eigenes sprudelnd positives Berlin-Gefühl. Dazu sollte wohl auch gehören, dass sich die politischen Flaneure in den Höfen, umweht von lauer Luft, über die Fragen zur Zukunft der großen Volksparteien mit immer wechselnden Gesprächspartnern, weiter intensiv befassen konnten. Bei allem Ernst der Lage war die Vorfreude darauf schon am Vorabend deutlich spürbar.

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