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So soll das geplante Öko-Gewerbegebiet Green Areal Lausitz einmal aussehen. Rendering: Euromovement
© Rendering: Euromovement

„Green Areal“ Lausitz Im Braunkohlerevier entsteht ein klimaneutrales Gewerbegebiet

Die Gemeinde Jänschwalde hat den Bebauungsplan für das „Green Areal Lausitz“ beschlossen. Der erste Spatenstich könnte noch in diesem Jahr erfolgen.

Das Bauprojekt „Green Areal Lausitz“ ist einen großen Schritt weiter. Die Gemeindevertretung Jänschwalde hat den Bebauungsplan beschlossen. Wie berichtet, möchte der Berliner Projektentwickler Euromovement auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz im Südosten Brandenburgs ein klimaneutrales Gewerbe- und Industriegebiet entstehen lassen. 

Euromovement hat nun angekündigt, bei der Umsetzung des Energiekonzepts mit der Brandenburger Firma Enertrag zusammenzuarbeiten.

„Der B-Plan ist einstimmig beschlossen worden“, sagt Euromovement-Geschäftsführer Jochem Schöppler. Das Interesse der Bevölkerung sei groß gewesen bei der öffentlichen Sitzung. „Der Saal war voll. Ich musste viele Fragen beantworten.“ 

Am Ende hätten alle zehn anwesenden Gemeindevertreter:innen für den aktuellen zweiten Bebauungsplan gestimmt. Nun müsse der Plan für eineinhalb Monate öffentlich ausliegen. Schöppler hofft darauf, den ersten Spatenstich noch 2021 machen zu können.

Anwohnende waren anfangs skeptisch

Der Bürgermeister von Jänschwalde, Helmut Badtke, sagte: „Euromovement zeigt totale Transparenz, was das Konzept angeht.” Das sei nicht selbstverständlich. „Wir waren anfangs etwas skeptisch, weil wir in der Vergangenheit unangenehm überrascht wurden.“ 

An dem etwa 209 Hektar großen Gelände nordöstlich von Cottbus haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Investoren versucht. Manche von ihnen wollten nur Fördermittel einstreichen und seien dann verschwunden, klagt der Bürgermeister der Gemeinde. Der Ort hat knapp 2.000 Einwohner:innen.

Jochen Schöppler sagt, dass seine Firma keine staatlichen Fördergelder erhalte. Doch die Unternehmen, die sich auf dem Areal ansiedeln möchten, könnten über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) Mittel aus dem Fördertopf für den Strukturwandel beantragen. 

Projektentwickler Jochem Schöppler im Februar 2021 auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz. Foto: Christoph M. Kluge Vergrößern
Projektentwickler Jochem Schöppler im Februar 2021 auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz. © Christoph M. Kluge

Laut Euromovement entstehen insgesamt 2.000 Arbeitsplätze auf dem ehemaligen Flugplatz. Und die werden dringend benötigt. Der Stromerzeuger LEAG ist mit seinen Kohlekraftwerken und dem Tagebau noch immer der wichtigste Arbeitgeber der Niederlausitz. Doch 2023 läuft der Tagebau aus und 2028 soll der letzte Kraftwerksblock vom Netz gehen.

Strom aus erneuerbaren Energien

Das Green Areal Lausitz soll Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die Energiewende vorantreiben. Der Strombedarf soll ausschließlich aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Firma Enertrag konnte sich mit ihrem Konzept in der Ausschreibung gegen größere Energieversorger durchsetzen. Wenn mehr Strom erzeugt wird, als die Unternehmen verbrauchen, soll der in das öffentliche Netz eingespeist werden. 

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„Hier bietet sich die Möglichkeit, ganz konkret zu zeigen, wie ein grünes Energiekonzept auf einem Industrie- und Gewerbegebiet aussehen kann und welchen Nutzen es für den Standort, Gewerbetreibende, Beschäftigte und das Klima bringen kann“, sagt Gunar Hering, Vorstandsmitglied der Enertrag AG, die ihren Sitz in Dauerthal bei Prenzlau hat. 

Das Gesamtkonzept sieht auch Dach- und Fassadenbegrünungen für alle Gebäude vor. Außerdem plant Euromovement eine vollständig CO2-neutrale Logistik für Waren und Produktionsmittel und möchte nach eigenen Angaben den Güterverkehr vorrangig elektrisch umsetzen. Daher sei ein Umschlagbahnhof geplant. Dafür soll ein alter Bahnanschluss wiederbelebt werden. 

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