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Etwa 100 Menschen gedachten einer am Montag im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden in Berlin-Weißensee. Foto: Tobias Fellner/Tsp
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Gedenken an getötete Radfahrerin Radaktivisten stellen Geisterrad in Berlin-Weißensee auf

Tobias Fellner

Am Montag wurde eine 66-Jährige Radfahrerin von einem Lkw getötet. Am Unfallort fand nun eine Mahnwache statt.

Sie ist die zweite getötete Radfahrende in diesem Jahr: Am Montag wurde eine 66-jährige Frau im Berliner Stadtteil Weißensee von einem Lkw überrollt.

Etwa 100 Menschen gedachten ihrer am Dienstagabend mit einer Mahnwache am Unfallort, bei der ein Geisterrad aufgestellt wurde. Dazu aufgerufen hatte der Radfahrverband ADFC zusammen mit dem Verein Changing Cities.

Vorausgegangen war der Kundgebung eine #VisionZero-Fahrraddemonstration, die vom ADFC-Velokiez in der Möckernstraße 47 in Kreuzberg zum Unfallort in der Berliner Allee Ecke Feldtmannstraße in Weißensee führte.

Unter VisionZero verstehen die Demonstrationsteilnehmer:innen, die Forderung, dass es keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr mehr geben solle.

Nach der Aufstellung des Geisterrades an der Unfallkreuzung forderte Denis Petri, Vorstandsmitglied bei Changing Cities, die Stadtpolitik zum Handeln auf, um Tote im Straßenverkehr zu verhindern. Es gehe darum, die Stadt in diesem Sinne umzustrukturieren, anstatt eine autogerechte Stadt zu bauen.

Teilnehmende der #VisionZero-Fahrraddemonstration ziehen am Dienstagnachmittag von Kreuzberg nach Weißensee. Foto: Tobias Fellner/Tsp Vergrößern
Teilnehmende der #VisionZero-Fahrraddemonstration ziehen am Dienstagnachmittag von Kreuzberg nach Weißensee. © Tobias Fellner/Tsp

Seit 10 Jahren gebe es keine Verringerung der Opferzahlen im Straßenverkehr, sagte Petri, obwohl die Politik es vorgehabt habe, bis 2030 die Opferzahlen um 30 Prozent zu reduzieren. Die Politik trage die Verantwortung an den Verkehrstoten. Im Anschluss an die Rede endete die Veranstaltung mit einer Schweigeminute.

ADFC fordert Abbiegeassistenten für LKW

Es handelt sich um den zweiten tödlichen Unfall innerhalb kurzer Zeit, bei dem in Berlin eine Radfahrerin gestorben ist. Bereits am 18. März war eine 56-jährige Radfahrerende bei einem Unfall tödlich verunglückt.

Der ADFC Berlin forderte im Vorfeld der Veranstaltung deshalb mehr Engagement von der Politik. Im Aufruf zur Demonstration und Mahnwache heißt es, dass Lkw mit entsprechender Technologie ausgestatten werden sollten, um Verkehrsunfälle zu verhindern.

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Der ADFC e.V. stellt in Zusammenarbeit mit dem Verein Changing Cities regelmäßig weiße Geisterfahrräder an Unfallorten auf, an denen Radfahrende ums Leben gekommen sind, um an sie zu erinnern.

An der Demonstration und Mahnwache beteiligten sich laut den Veranstaltenden etwa 100 Menschen. An der Unfallkreuzung in Weißensee wurde das Geisterfahrrad angebracht und befindet sich nun für ein Jahr dort.

Im Anschluss an die Mahnwache führte die Demonstration weiter zum Bundesverkehrsministerium in der Invalidenstraße 44.

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