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Impfwillige können sich nun schon nach drei Monaten boostern lassen. FoFoto: Wolfgang Kumm/dpa
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Update Frist für Auffrischungs-Impfung verkürzt Berliner können sich künftig nach drei Monaten boostern lassen

In Berlin können Corona-Impfungen bereits ab drei Monaten aufgefrischt werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens kündigt neue Empfehlung zum Boostern an.

Als erstes Bundesland verkürzt Berlin die Frist für eine Booster-Impfung. Berliner können ihre Corona-Impfung nun nach bereits drei Monaten auffrischen lassen. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Tagesspiegel.

„Ab Montagabend können online und ab Dienstagabend in der Hotline Termine zum Boostern nach drei Monaten gebucht werden“, sagte Kalayci. „Wir befinden uns in sehr kritischen Phase vor einer Omikron-Welle, wo jede Boosterimpfung zählt“, schrieb sie außerdem auf Twitter. Da mache es keinen Sinn, boosterwillige Menschen zurückzuschicken.

Ein weiterer Grund sind volle Kliniken. In mehr als jedem fünften Intensivbett liegt ein Covid-19-Patient, Operationen werden verschoben. Experten befürchten eine Ausbreitung der mutierten Omikron-Variante innerhalb weniger Wochen. Der in Berlin vorhandene Impfstoff reicht laut Senat auch für die neue Regelung aus.

Die Omikron-Variante des Coronavirus hat sich durch Mutationen stark verändert im Vergleich zu früheren Mutanten. Sie gilt als Immunflucht-Variante. Antikörper von Geimpften und Genesenen sprechen darauf schlechter an. Eine Booster-Impfung erhöht den Antikörperspiegel wieder. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schätzte den Schutz vor einer Omikron-Infektion mit Symptomen bei geboosterten Menschen mit 70 bis 80 Prozent ein.

Senatorin Kalayci geht davon aus, dass auch die Ständige Impfkommission (Stiko) eine kürzere Frist zwischen Zweit- und Drittimpfung empfehlen werde. „Das wäre eine gute Entscheidung“, sagte sie.

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Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, sagte dem Tagesspiegel, er halte Booster-Impfungen schon nach drei Monaten für „sinnvoll, wenn zugleich Menschen mit einem hohen Risiko für schweren Covid-19-Verlauf priorisiert werden“. Er kündigte an, dass es absehbar eine neue Stiko-Empfehlung zum Boostern geben werde.

Bislang galt in Berlin eine Frist von fünf Monaten. Das entspricht der aktuellen Stiko-Linie. Diese empfiehlt die Auffrischung für Über-18-Jährige nach sechs Monaten; eine Verkürzung auf fünf Monate „kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden.“

Mehrere Experten hatten bereits gefordert, diesen Abstand zu verkürzen. „Mit Blick auf Omikron sind zwei Dosen noch keine abgeschlossene Impfung mit ausreichendem Schutz“, hatte etwa der Biontech-Chef Ugur Sahin im Interview mit dem "Spiegel" gesagt. „Wenn sich Omikron, wie es aussieht, weiter ausbreitet, wäre es wissenschaftlich sinnvoll, bereits nach drei Monaten einen Booster anzubieten.“

Auch der Leiter der Virologe an der Charité, Christian Drosten, sprach sich für einen kürzeren Abstand zwischen Zweit- und Drittimpfung aus. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte dies kürzlich bereits für möglich erklärt. (mit dpa)

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