Luftaufnahme vom Gelände des Flughafens Berlin-Brandenburg. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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Flughafen Berlin-Brandenburg BER bekommt neuen Technikchef

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Carsten Wilmsen wurde am Freitag vom FBB-Aufsichtsrat einstimmig bestellt. Seine Aufgabe am Pannenflughafen: neue Terminals bauen. Der Vertrag von Lütke Daldrup wurde verlängert.

Carsten Wilmsen soll schaffen, was zuvor keinem Manager gelang. Der neue Technikchef der Berliner Flughafengesellschaft (FBB) soll in den nächsten Jahren pünktlich und ohne zusätzliche Kosten mehrere Terminals bauen. Nämlich die dringend benötigten BER-Erweiterungen im Zuge des „Masterplans 2040“, die ab der geplanten Eröffnung im Oktober 2020 benötigt werden. Der 50-jährige Bauingenieur, derzeit noch Bau- und Immobilienchef des Flughafen München, wurde am Freitag auf der Sitzung des FBB-Aufsichtsrats in Tegel zum neuen Technikchef bestellt.

Die Entscheidung für die Nachfolge von Jörg Marks fiel einstimmig, trotz vorangegangener Turbulenzen. Nachdem der Plan von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup und Chefkontrolleur Rainer Bretschneider vorher abgeblasen worden war, Wilmsen parallel gleich noch zum (vierten) FBB-Geschäftsführer zu küren, machte auch die Arbeitnehmerbank geschlossen mit. Und auch für die Verlängerung des Vertrages für Lütke Daldrup um ein Jahr bis März 2021 votierte das Gremium einstimmig. „Wir wollen mit ihm ja die Eröffnung des BER feiern, die im Oktober 2020 stattfindet“, sagte Aufsichtsratschef Bretschneider auf der Pressekonferenz nach der Sitzung. Das Gehalt bleibe gleich.

BER-Baustelle bleibt Chefsache

Und die BER-Baustelle ist weiter Chefsache. Er werde sich „weiter persönlich um die Fertigstellung des Fluggastterminals kümmern“, sagte Lütke Daldrup, der die Lage so beschrieb: „Die Prozesse konnten deutlich stabilisiert werden. Wir kommen auch in den kritischen Gewerken gut voran.“ Dies habe auch der TÜV bescheinigt. Der prüft im FBB-Auftrag fortlaufend, wie die Beseitigung der Mängel vorankommt, ob die Anlagen zur Brandmeldung, Entrauchung bis zu den Kabeln funktionsfähig und abnahmereif sind.

Wilmsen (Jahresgrundgehalt rund 200 000 Euro, plus Boni, Dienstwagen) ist neben IT-Technik und Facility-Management vor allem für das geplante Ausbauprogramm zuständig. Er sei ein „erfahrener Bau- und Flughafenmensch“, so Lütke Daldrup. Dem Neuen, der bis 2011 am Hamburger Flughafen tätig und dort unter anderem für den Ausbau zuständig war, danach am Flughafen München am Neubau des Satelliten mitwirkte und zuletzt dort den Geschäftsbereich Real Estate leitete, bleibt wenig Zeit zum Einarbeiten. Von ihm wird maßgeblich abhängen, ob das neue Terminal (T2) für Billigairlines neben dem BER-Nordpier rechtzeitig zum BER–Start fertig wird.

Finanzierungskonzept soll weitgehend stehen

Dort sollen sechs Millionen Passagiere jährlich abgefertigt werden. Verzögert sich das, könnte Tegel nicht geschlossen werden. Der Bau soll in Kürze beginnen. Laut Lütke Daldrup wird in den nächsten Tagen der Zuschlag an eine Baufirma erteilt. Vor allem aber soll Wilmsen eine neue FBB-Projektgesellschaft für den „Masterplan 2040“ aufbauen, die bis Ende 2025 das neue große BER-Terminal T3 gegenüber dem Hauptterminal am Willy-Brandt-Platz bauen soll – mit Abfertigungskapazitäten etwa wie Tegel.

Offen war bislang, wie alles bezahlt wird. Doch laut Lütke Daldrup steht das Finanzierungskonzept für die Folgejahre inzwischen weitgehend. Danach soll bis zum BER-Start ein bereits bewilligter, öffentlich von den Gesellschaftern verbürgter 1,1-Milliarden-Kredit genutzt werden, wofür „informatorisch“ (Lütke Daldrup) die Parlamente einbezogen werden müssen. Mit den Banken sei alles geklärt, hieß es. Und man habe mit Banken und Gesellschaftern auch Regelungen gefunden, um nach 2020 unverbürgte Bankkredite über 508 Millionen Euro aufzunehmen, sagte er. „Dieses Finanzierungsthema ist geklärt“ . Zur Sitzung des Aufsichtsrats im November werde man bei der Gesamtfinanzierung Vollzug melden können.

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