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FFP2-Maskenpflicht für Berlin Der vielleicht letzte Tropfen ins längst randvolle Corona-Nerv-Fass

Im Januar wurde die FFP2-Maskenpflicht kurz debattiert, dann aufgeweicht. Jetzt ist sie wieder da. Und die Probleme damit auch. Ein Kommentar.

Sie ist wieder da: die FFP2- Maskenpflicht. Wie eine gruselige Untote ist sie ans Tageslicht zurückgekrochen und hat es im zweiten Anlauf bis in Berlins Verordnungsliste geschafft: Ab Mittwoch soll die schnabelartige sogenannte filtrierende Halbmaske in der Hauptstadt verpflichtend getragen werden müssen, und zwar überall da, wo bisher eine OP-Maske ausreichte.

Das heißt: in Bussen, Bahnen, Arztpraxen, Krankenhäusern, Bibliotheken, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und, was für den größten Teil der Bevölkerung von Bedeutung sein dürfte: im Einzelhandel. Denn das heißt: im Grunde überall und von allen.

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Mit der FFP2-Maskenpflicht ist auch die Kritik daran prompt wieder da. Wie auch nicht? Es hat sich ja an der Welt nichts geändert seit Januar, als die FFP2-Maskenpflicht zum ersten Mal zur Debatte stand.

In dieser unveränderten Welt sind FFP2-Masken immer noch deutlich teurer als die einfachen OP-Masken. Und damit sind sie auch immer noch ein Problem für finanzschwache Haushalte. Von denen es gerade in Berlin viele gibt.

Auch diesseits der Armutsgrenze droht Widerwille

Hat der Senat das vergessen? Oder kommen jetzt weitere Maskenzuschüsse oder neue Krankenkassenberechtigungsscheinzusendeaktionen für Hartz-IV-Haushalte, wie es sie bisher schon mal gab?

Vor fünf Tagen erst hat – allerdings in Frankfurt am Main – das Sozialgericht entschieden, dass Jobcenter Hartz-IV-Empfängern FFP2-Masken weder bereitstellen noch bezahlen müssen.

Begründung vor fünf Tagen: weil die Maskenpflicht lediglich die billigen OP-Masken umfasse. Wenn das jetzt anders kommt, muss der Staat zahlen, um den Hartz-IV-Empfängern Teilhabe zu garantieren. Berlin dürfte sich also auf einige Nach- und Extrazahlungen einstellen müssen.

Und was ist mit den Haushalten, die zwar nicht Hartz-IV beziehen, aber trotzdem knapp bei Kasse sind? Sollen die im Dienste der Pandemiebekämpfung woanders sparen? Für einen linksgestrickten rot-rot-grünen Senat wäre das eine seltsame Haltung.

Und auch diesseits der Armutsgrenze dürfte sich die Begeisterung über die neue Maskenpflicht in Grenzen halten. Auch wenn vielen die Maskenmehrkosten vielleicht finanziell egal sind, können sie der Tropfen werden, der das längst randvolle Corona-Nerv-Fass zum Überlaufen bringt.

Schön wäre es, wenn die Politik belegen könnte, dass die FFP2- Masken ein so großer seuchenbekämpfungsstrategischer Vorteil sind, dass sich der zu erwartende Aufruhr und Widerwille rechtfertigen lassen. Sie könnte dann gleich noch mit erklären, warum sie, wenn der Benefit der FFP2- Masken so groß ist, nicht im Januar schon dabei geblieben ist.

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