Digitalisierung in Berlin So viel Geld bekommen Schulen aus dem Digitalpakt

Berlin darf 257 Millionen Euro für die bessere Ausstattung mit WLAN, Servern und Endgeräten verteilen. Jetzt steht fest, womit die Schulen rechnen können.

 

Auch Tablets können vom Geld aus dem Digitalpakt angeschafft werden. Foto: picture alliance / dpa Vergrößern
Auch Tablets können vom Geld aus dem Digitalpakt angeschafft werden. © picture alliance / dpa

Bisher war es nur ein großer Gesamtbetrag, jetzt steht fest, was für jede einzelne Berliner Schule dabei herauskommt: Die Bildungsverwaltung hat am Dienstag bekannt gegeben, wie die 257 Millionen Euro aus dem Digitalpakt zwischen 2019 und 2024 verteilt werden.

Anders als manche andere Bundesländer will Berlin allen Schulformen – egal ob Grund-, Ober- oder Berufsschule – einen identischen Sockelbetrag von 100.000 Euro für Investitionen in die Grund-IT-Infrastruktur geben. Pro Schüler kommen dann nochmal 330 Euro hinzu. So ist sichergestellt, dass große Schulen entsprechend mehr Geld bekommen. „Die ersten Bestellungen können schon im September erfolgen“, stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in Aussicht.

Dies gilt allerdings nur für Schulen, die bereits ihr Medienkonzept eingereicht haben: Im digitalen „Lernraum Berlin" der Bildungsverwaltung gibt es dafür eine entsprechende Vorlage. Dort ist auch zu lesen, was alles mit den Geldern angeschafft werden kann: Serverlösungen für den Unterricht, Aufbau oder Verbesserung der digitalen Vernetzung im Schulgebäude und auf dem Schulgelände, schulisches WLAN, Anzeigetafeln, digitale Arbeitsgeräte sowie schulgebundene mobile Endgeräte wie Notebooks und Tablets für bis zu 25000 Euro. Mit dieser Beschränkung soll erreicht werden, dass die Infrastruktur nicht zu kurz kommt. Smartphones dürfen von dem Geld nicht angeschafft werden.

"Der Digitalpakt hat uns sehr optimistisch gestimmt"

Einzelne Schulen haben bereits ihre Medienkonzepte vorgelegt, darunter das Spandauer Lily-Braun-Gymnasium. „Der Digitalpakt hat uns sehr optimistisch gestimmt“, sagte Schulleiterin Ulrike Kaufmann. Sie saß am Dienstag neben Scheeres, um konkret aufzuzeigen, was alles möglich ist mit dem Geld. So legt ihr Kollegium Wert darauf, nicht nur in jedem zweiten Klassenraum ein interaktives Whiteboard zu haben. Ingesamt will man die digitale Infrastruktur verbessern. Andere Schulen sind zögerlicher: Die meisten haben bisher maximal das Informationsmaterial gesichtet. Um einen Überblick über den Status quo bei der IT-Ausstattung und Infrastruktur der Schulen zu bekommen, läuft zurzeit eine Abfrage der Bildungsverwaltung.

IHK fordert Transparenz

Bevor es mit den Bestellungen der Schulen losgehen kann, müssen noch die Förderrichtlinien veröffentlicht werden. Darauf wies nicht nur Scheeres hin, sondern auch die Industrie- und Handelskammer. Erst dann könnten die Schulträger die Anträge stellen und das Geld abrufen, erläuterte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm. Ganz im Sinne des Zukunftspakts Verwaltung solle die Richtlinie den Prozess und die Zuständigkeiten "eindeutig und transparent" aufzeigen, erwartet Kramm. Im übrigen müssten die Kapazitäten der regionalen IT-Betreuer für eine gute Beratung von Schulen und Schulträgern ausgebaut werden.

Der Digitalpakt war im März nach langer Diskussion beschlossen worden. Zusätzlich hat Berlin die Mittel für die Digitalisierung im regulären Doppelhaushalt 2020/21 deutlich aufgestockt: 170 Millionen Euro für stehen zur Verfügung.

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