Seit 2015 gibt es den "Zug der Liebe". 10.000 bis 20.000 Menschen nehmen seither jedes Jahr an der Veranstaltung teil. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Crowdfunding erfolgreich Zug der Liebe kann auch 2019 stattfinden

Die Organisatoren der Technoparade klagten im vergangenen Jahr über fehlende Mittel und Stress. Doch der große Zuspruch und die Unterstützung stimmten sie um.

Eigentlich sollte der Zug der Liebe 2018 zum letzten Mal stattfinden. Eine letzte Technoparade im heißen Jahrhundertsommer, dann sollte Schluss sein, hieß es von den Organisatoren. Sie klagten über fehlende Mittel, zu viel Stress und eine zu große Last auf den Schultern der Ehrenamtler. Doch viel Zuspruch und Unterstützung von den Berlinern stimmten die Macher um. Sie setzen eine Crowdfundingkampagne auf, die am Dienstagabend ihr Spendenziel erreichte.

19.046 Euro kamen über die Plattform Startnext zusammen, 18.790 Euro hatten die Organisatoren als notwendig ausgegeben, um den Zug der Liebe stattfinden zu lassen. Auf der Website ist zu lesen, dass bis Mittwochvormittag insgesamt 616 Unterstützer Geld spendeten. Nun soll der Umzug am 24. August stattfinden.

"Unser Verein hat in den letzten Monaten viel Zuspruch erhalten und auch die ehrenamtlich tätige Crew ist auf über 30 Helfer angewachsen", schreiben die Organisatoren auf der Facebook-Seite der Veranstaltung. Besonders im Jahr 2019, indem sich der Mauerfall zum 30. Mal jährt, sei es ihnen ein Anliegen, für eine offene Gesellschaft einzustehen - und sie zu feiern.

Eine Bühne für gemeinnützige Organisationen

Seit vier Jahren gibt es den Zug der Liebe. Im vergangenen Jahr liefen rund 10.000 Teilnehmer 15 Musiktrucks hinterher. Die Techno-Parade durch die Berliner Innenstadt ist eine politische Veranstaltung, die letzten Jahre war sie als Demonstration angemeldet. Und das möchte sie auch lieber sein als bloß ein Rave. Dass auf den Wagen vornehmlich Techno gespielt wird und nur auf wenigen Musik wie HipHop oder Reggae, sei keine Vorgabe der Veranstalter, sondern repräsentiere die Berliner Clublandschaft – die sei auch von Techno dominiert.

Auch in diesem Jahr wollen die Veranstalter wieder verschiedenen gemeinnützigen Organisationen eine Bühne geben, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Vereine sind sehr heterogen und reichen von der Tiertafel bis zu Reporter ohne Grenzen. 

Eine Route steht für dieses Jahr noch nicht fest, die Polizei prüft Vorschläge der Veranstalter. Starten könnte sie in Prenzlauer Berg, weiter über den Alexanderplatz, wo sich im November 1989 Hunderttausende versammelten, bis nach Friedrichshain-Kreuzberg.

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