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Komödie am Kurfürstendamm, Schillertheater, Rio Reiser - Mein Name ist Mensch. Foto: promo/Franziska Strauss
© promo/Franziska Strauss

Boulevardtheater braucht zusätzliche Räume Komödie am Kurfürstendamm bittet Berliner Senat um Hilfe

Theaterchef Martin Woelffer freut sich auf die Rückkehr an den Ku'damm im Jahr 2022. Doch für eine Probebühne, die Werkstatt und Büros fehlen Geld und Räume.

In zwei Jahren soll die Komödie am Kurfürstendamm aus ihrem Ausweichquartier im Charlottenburger Schillertheater an den Ku'damm zurückkehren – aber noch immer ist unklar, wo es künftig eine Probebühne, eine Werkstatt und Büros geben kann. Außerdem glaubt Intendant Martin Woelffer, dass er die Miete für diese notwendigen zusätzlichen Räume nur aufbringen kann, wenn das Land Berlin seine Zuschüsse erhöht.

„Allein aus dem Spielbetrieb heraus klappt die Finanzierung nicht", sagte Woelffer im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die Fördermittel des Senats in Höhe von einer Million Euro pro Jahr werde er „komplett für die Miete am Ku'damm“ verwenden müssen. Dort ist an der Stelle der zwei abgerissenen Boulevardbühnen – der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm – eine neue Spielstätte geplant.

Der Platz im „Fürst Berlin“(wie das frühere Ku'damm-Karree inzwischen heißt) reicht allerdings nur für einen unterirdischen Theatersaal und das dazugehörige Foyer.

Am liebsten würde der Intendant landeseigene Immobilien hinzumieten

Zusätzlich benötige die "Komödie" bis zu 3500 Quadratmeter Fläche an anderer Stelle, rechnet Woelffer vor. Diese Standorte müssten nicht zwingend in Charlottenburg liegen, auch wenn eine räumliche Nähe natürlich vieles erleichtere. „Probenräume in Reinickendorf und eine Werkstatt in Pankow wären kompliziert, aber machbar.“ Bislang seien allerdings gar keine Flächen in Sicht.

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Er habe in Gesprächen mit der Berliner Kulturverwaltung unter anderem den Flughafen Tempelhof vorgeschlagen, aber „das scheint nicht nicht zu gehen“. Eine senatseigene Immobilie „wäre ideal“, zumal die Kosten dort erträglicher ausfallen dürften als bei einer Anmietung privater Gewerbeflächen. „Wir würden auch ausgediente Kirchen oder Rathäuser nehmen.“ Für die Werkstatt könnte sich Woelffer eine gemeinsame Nutzung mit einem anderen Theater vorstellen. „Es sollte nicht jeder nur allein für sich denken.“

Kulturverwaltung will den Zuschuss nicht erhöhen

Wie viel Geld in Zukunft für Probensäle, die Werkstatt und die Verwaltungsräume nötig sein werden, kann der Intendant derzeit nicht abschätzen. Aber er wünscht sich eine Erhöhung der Landeszuschüsse. "Andere Theater bekommen viel mehr." Beispielsweise betrage die Förderung – pro Zuschauer gerechnet – beim Renaissance Theater 42 Euro und nur fünf Euro bei der Komödie am Kurfürstendamm.

Die Senatskulturverwaltung winkt jedoch ab. Die Zuschüsse seien einzig für die neue Spielstätte gedacht, alle zusätzlichen Kosten müsse Woelffer als "privater Unternehmer" selbst aufbringen, ließ Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert ausrichten.

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