Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze «Big Maple Leaf» wurde im März 2017 auf dem Bode-Museum gestohlen. Foto: Marcel Mettelsiefen/dpa
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Bode-Museum Goldmünzen-Klau gelang auf letzten Drücker

Am Montag ging der Prozess um die gestohlene Goldmünze aus dem Bode-Museum weiter. Die Diebe verfügten offensichtlich über Insider-Informationen.

Der Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum gelang den offensichtlich mit Insider-Informationen versorgten Tätern auf den letzten Drücker. Für das Goldstück sei bereits ein nächster Ausstellungsort vorbereitet gewesen, sagte ein für Sicherheit verantwortlicher Mitarbeiter der Staatlichen Museen zu Berlin am Montag vor dem Landgericht. „Die Münze sollte am nächsten oder übernächsten Tag in Kulturforum umgesetzt werden.“ 

In dem Prozess müssen sich vier Männer verantworten. Drei der 20- bis 24-Jährigen gehören zur Großfamilie R. Sie sollen in der Nacht zum 27. März 2017 durch ein Fenster der Herren-Umkleidekabine im zweiten Stock in das Museum eingestiegen sein. Mit einem Rollbrett, einem Seil und einer Schubkarre hätten sie die Münze zu einem Auto geschafft. Der vierte Mann soll als damaliger Wachmann im Museum wichtige Hinweise gegeben haben. Von „Big Maple Leaf“ mit einem Goldwert von rund 3,75 Millionen Euro fehlt seitdem jede Spur

Die Täter waren offenbar vertraut mit den Sicherheitslücken. Sie drangen laut Ermittlungen durch das einzige Fenster des Hauses ein, bei dem die Alarmsicherung defekt war. Bereits eine Woche vor dem Coup sei bemerkt worden, dass eine vor dem Fenster montierte Sicherheitsscheibe gesplittert war, so der Zeuge. „Dass es ein Einbruchsversuch war, haben wir leider nicht erkannt.“ Die Diebe sollen beim dritten Anlauf zugeschlagen haben.

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