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Immer wieder Staaken: Dieses Bild stammt vom Feuer am 30. November 2021. Foto: dpa
© dpa

Update Immer wieder Brände in Berlin-Staaken Wer ist der kriminelle Feuerteufel von der Heerstraße?

Sie gilt als Berliner Problemkiez: die Großsiedlung Heerstraße Nord. Seit Monaten gibt es immer wieder Brände mit bösen Folgen. Und nicht nur das macht Ärger.

Schon wieder hat es in der Berliner Großsiedlung "Heerstraße Nord" am Stadtrand gebrannt, draußen in Berlin-Spandau. Am Freitagmorgen rückten 100 Einsatzkräfte zu den Wohnblöcken an der Obstallee aus. Es war schnell die Rede von einer "erhöhten Anzahl von Verletzten", schrieb die Feuerwehr in einer ersten Stellungnahme. Der Rauch zog aus dem Keller zum Teil durch das Treppenhaus des 18-Etagen-Hauses, Bewohner hätten auch über Rauchgeruch in ihren Wohnungen geklagt (hier mehr im Tagesspiegel-Blog). 

Kurz nach 10 Uhr dann zum Glück die Entwarnung: "Der Brand ist unter Kontrolle. Eine verletzte Person musste in einer Klinik weiter behandelt werden", teilte die Feuerwehr mit. "Mehrere Wohnungen wurden durch die Feuerwehr kontrolliert und belüftet. Die Mieter konnten in ihren Wohnungen verbleiben."

Seit Monaten muss die Berliner Feuerwehr immer wieder in die Großsiedlung Heerstraße Nord eilen, weil dort Kriminelle Feuer legen und andere Menschen in Lebensgefahr bringen. Im Frühjahr 2021 gab es auch Festnahmen: Die Polizei konnte einen 15-Jährigen und einen 12-Jährigen ermitteln.

Die Brände aber hörten nicht auf. Das hat auch weniger gefährliche, aber ärgerliche Folgen, von denen jetzt die Linksfraktion um Lars Leschewitz im Tagesspiegel-Newsletter für Spandau erst diese Woche wieder berichtet hat.

Die Kellerbrände führten auch dazu, „dass Elektrik, Fernsehen, Internet usw. in den betroffenen Häusern meist wochenlang ausfallen“. Auch „kaputte, funktionsuntüchtige Fahrstühle“ seien eine Belastung.

Feuer legen Fahrstühle in den Hochhäusern lahm - für Bewohner ein extremes Ärgernis

Und wie die Gewobag um Snezana Michaelis und Markus Terboven neulich im "Spandauer Volksblatt" berichtet hat, hat das Feuer konkret die Fahrstuhltechnik bei drei Bränden in der Obstallee und am Blasewitzer Ring beschädigt – bei 17 Stockwerken mühsam, wenn sich das komplette Haus in den zweiten Fahrstuhl quetschen soll. Weitere Probleme („elf defekte Fahrstühle“) gibt es demnach wegen der alten Technik aus den 70ern, die in den nächsten Jahren ausgetauscht werden solle.

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Und es gibt noch mehr Ärger, über den der Tagesspiegel-Newsletter für Spandau berichtet hat: Von einer „Mäuse- und Rattenplage“ an der Obstallee berichtet nicht nur die Linke, sondern auch Elmas Wieczorek-Hahn. Sie gehörte früher den Grünen an, sitzt seit November fraktionslos in der Bezirksverordnetenversammlung und machte aus dem Nager-Problem einen schriftlichen Vorgang im Rathaus.

Seit Jahren gibt es Probleme mit Ratten

Seit vier Jahren werde das Problem bekämpft, berichtet der ehemalige Gesundheits- und Baustadtrat Frank Bewig, CDU, in einer Kleinen Anfrage im Rathaus Spandau. 100 Maßnahmen wurden gestartet (mehr Grünpflege, höherer BSR-Rhythmus, Kontrollen von Autowracks). Aber: „So lange die Mieter ihren Unrat nicht sachgemäß entsorgen, werden Ratten fortlaufend ein Nahrungs- und Nistangebot haben.“

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Am Berliner Stadtrand: die Großsiedlung Heerstraße Nord. Foto: Kai-Uwe Heinrich Vergrößern
Am Berliner Stadtrand: die Großsiedlung Heerstraße Nord. © Kai-Uwe Heinrich

Ärger gibt es nach Darstellung der Linken auch um das Einkaufszentrum in der Großsiedlung: Das stammt aus dem Jahr 1975 und war früher eine echte Berühmtheit durch den dortigen Sportladen. Die Ecke ist aber ein bisschen verlottert und soll aufgepeppt werden. Im Sommer 2021 wurde das Center verkauft, jetzt berichtet die Linke um Lars Leschewitz: „Die Praxis, sich sein Investment über höhere Mieten kurzfristig hereinholen zu wollen, gefährdet die soziale Lage im Kiez weiter. Etablierte Geschäfte und Einrichtungen im Staaken-Center drohen verloren zu gehen.“

Die Großsiedlung entstand in den 70er Jahren und lag früher scharf an der Stadtgrenze. In Berliner Sozialstatistiken liegt das Viertel stets weit am Ende. Im Bezirk laufen diverse Stadtumbau-Maßnahmen, um den Kiez zu beleben und die Attraktivität zu erhöhen. Ein neues Ortszentrum ist in Planung, ein neues Jugendfreizeitheim und ein neuer Park, der den Namen von Jonny K trägt. Auch plant der Senat den Neubau der U-Bahnlinie U7, damit die Menschen dort schneller in die Stadt kommen.

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