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Der Fanblock der Wasserballer - hier in der Schwimmhalle Schöneberg. Foto: Markus Hesselmann
© Markus Hesselmann

Berlins neue Wasserball-Arena Millionen-Baustelle rückt näher – der Antrag ist da

Lange nichts gehört von der Wasserball-Arena in Berlin-Spandau. Doch jetzt gibt es Neuigkeiten vom Rathausflur.

Wo ist die Badekappe? Lange nichts gehört von der neuen Berliner Wasserball-Arena, die an der Gatower Straße entstehen soll, tief im Berliner Westen. Doch jetzt gibt es Neuigkeiten aus dem Rathaus, über die der Tagesspiegel-Newsletter für Spandau zuerst berichtet hat.

Die neue Wasserballarena für die Stadt soll auf der Wiese neben dem heutigen Schwimmbad "Spandau Süd" gebaut werden. Die Wiese wird nicht groß genutzt, befindet sich zwischen Südpark und dem großen Freibad.

Die Halle soll rund 20 Mio kosten, zwei Tribünen haben („für 900 Zuschauer“) und neue, alte Heimat des europäischen Top-Klubs Wasserfreunde Spandau sein. Die haben bis 1994 hier an der Gatower Straße gespielt und sind dann nach Berlin-Schöneberg gezogen. Doch jetzt ist die dortige Halle auch marode und muss saniert werden. Über den Bau so einer Halle in Berlin-Spandau wird schon sehr lange diskutiert.

2018 war sie noch ein Traum. Doch plötzlich kam der Durchbruch. Es gibt auch schon Geld für die Planung, um das Großprojekt anzuschieben. Dabei geht es um rund zwei Millionen Euro. Wie viel die Halle genau kostet, ist bislang noch nicht bekannt.

Tagsüber sollen Berliner Schulkinder in der neuen Halle schwimmen und die völlig überfüllte Halle nebenan entlasten. Die heutige Halle stammt von 1974.

Das ist nur eine Idee, aber: Auf beiden Seiten soll es Tribünen für fast 1000 Fans geben. Simulation: Wasserfreunde Vergrößern
Das ist nur eine Idee, aber: Auf beiden Seiten soll es Tribünen für fast 1000 Fans geben. © Simulation: Wasserfreunde

Sie wird von 85.000 Normalos und 70.000 Schulkindern, Kursen und Vereinen genutzt – entsprechend eng ist’s im Becken. Und der Bezirk wächst und wächst. Allein im Norden von Berlin-Spandau entstehen Wohnungen für 20.000 neue Bewohner.

Es bleibt also noch länger eng beim Schulschwimmen. Doch es passiert etwas im Hintergrund - was allerdings in der Coronakrise bisher unbemerkt blieb.

Hier eine Skizze aus dem Frühjahr 2020, wie die Halle aufgeteilt werden könnte. Rechts die jetzige Halle. Grafik: Bäderbetriebe Vergrößern
Hier eine Skizze aus dem Frühjahr 2020, wie die Halle aufgeteilt werden könnte. Rechts die jetzige Halle. © Grafik: Bäderbetriebe

„Die Berliner Bäder-Betriebe haben Mitte November 2020 einen Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahren gestellt“, teilte jetzt Bürgermeister Helmut Kleebank, SPD, im Sportausschuss des Rathauses Spandau mit. Beschlossen werden könne die Baupläne im Januar aber noch nicht, weil so viele Sitzungen wegen der Coronakrise ausfallen („nächster Termin ist im März 2021“).

Aber: Der Senat ist auch längst involviert, und die Bäderbetriebe um Johannes Kleinsorg haben mittlerweile alle Gutachten erstellen lassen („u.a. Schallschutz, Verkehr, Naturschutz“). Eröffnung? Letzter Stand: 2027.

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Diesen Zeitraum hatte Berlins Bäderchef dem Spandau-Newsletter Anfang 2020 genannt: „Mit sieben Jahren müssen wir insgesamt für das Projekt in Spandau rechnen“, also 2027. Die ersten zwei Jahre geht’s ums komplizierte Baurecht. Bis zu fünf weitere Jahre fallen für die konkrete Baustelle an.

„Als ich in Moskau war, trafen wir am Bahnhof Männer in blauen Trainingsanzügen", hatte Bürgermeister Kleebank mal über eine Dienstreise nach Italien berichtet. "Als die hörten, wir kämen aus Spandau, gab’s ein großes Hallo – aber nicht wegen uns. Das war die italienische Wasserball-Nationalmannschaft. Und jeder Spieler kannte ‚Spandau‘.“ Damit wollte er den internationalen Stellenwert der Wasserfreunde Spandau beschreiben.

Das neue Becken soll 32×25 Meter groß werden und einen geraden Boden haben - wichtig für den Wasserball-Spitzensport.

Hier ein Handyfoto mit Pfeil... nicht aufs Nashorn achten, das steht da immer. Aber hier soll die Arena hin. Rechts der Parkplatz. Foto: André Görke Vergrößern
Hier ein Handyfoto mit Pfeil... nicht aufs Nashorn achten, das steht da immer. Aber hier soll die Arena hin. Rechts der Parkplatz. © André Görke

Anwohner äußerten vor einem Jahr aber Sorgen wegen der Parkplätze. Zwar gibt es vor der Halle schon heute zwei große Parkplätze, allerdings werden die auch von Nachbarn und BVG-Leuten genutzt (der Omnisbushof liegt ums Eck) genutzt.

Der Senat prüft und prüft den Bau einer U-Bahnlinie, die auch vor Wasserball-Arena halten könnte (Melanchthonplatz) - es geht um vier neue U-Bahnhöfe der U7 bis Staaken. Verkehrssenatorin Regine Günther, Grüne, will die Ergebnisse aber nicht einzeln veröffentlichen. Irgendwann 2021 soll ein Vergleich der möglichen U-Bahnverlängerungen bekannt gemacht werden, teilte der Senat dem Spandau-Newsletter mit. Laut IHK soll der Bau 490 Mio Euro kosten.

Die Wasserfreunde hoffen auf mehr Fans, wenn sie in der Heimat spielen. Simulation: Wasserfreunde Vergrößern
Die Wasserfreunde hoffen auf mehr Fans, wenn sie in der Heimat spielen. © Simulation: Wasserfreunde

Wasserball-Legende Hagen Stamm hatte sich 2019 im Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel noch an die einstigen Spiele in der jetzigen Halle an der Gatower Straße erinnert. "Die Leute standen in Fünferreihen ums Außenbecken. Wer clever war, brachte einen Campingstuhl mit. Es gab keine Tribünen, dafür Bier und Bratwurst am Schwimmbecken – eine irre Atmosphäre war das! Das ging zu wie bei Laubenpiepern. Und wissen Sie was: Das Außenschwimmbecken war nur 1,90 Meter tief –  da konnte man sich abstoßen, richtig aus dem Wasser springen. Das waren Spiele, unvergesslich!“

Ein Hexenkessel - das ist seine Hoffnung. "Eine kleine, enge Halle wie bei einem Tenniscourt – die Gatower Straße könnte ein Hexenkessel sein. Das wäre eine ganz andere Wasserball-Kultur. Ich glaube an Lokalkolorit, ich glaube daran, dass wir mehr Fans haben, wenn wir in Spandau spielen, 1000 statt 500."

Hier eine grobe Skizze, wo die Halle hinsoll. Grafik: Bäderbetriebe Vergrößern
Hier eine grobe Skizze, wo die Halle hinsoll. © Grafik: Bäderbetriebe

"Ich glaube, dass wir die Wirtschaft begeistern, den Fleischer und den berühmten Eismann aus Spandau. Wir könnten dort Länderspiele austragen, so was hat Berlin ja gar nicht. Ganz Europa kennt uns unter dem Namen ‚Spandau‘ … die wissen gar nicht, dass Spandau zu Berlin gehört.“

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Hier die aktuellen Themen im Spandau-Newsletter. Lesen: leute.tagesspiegel.de © .

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