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Jan Trommershausen, Geschäftsführer der Berliner AEMtec GmbH Foto: Privat
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Berliner Unternehmen AEMtec „Sehr gute Erfahrungen“ im Homeoffice

Der Tagesspiegel fragt Berliner Unternehmen: Wie läuft der Neustart nach den Lockdowns?. Ein Interview mit dem Mittelständler AEMtec.

Die Corona-Pandemie hat die Berliner Unternehmen unterschiedlich schwer getroffen. Auch in diesem Sommer fragen wir, wie der Neustart nach dem jüngsten Lockdown gelingt und was passieren muss. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Jan Trommershausen, ich bin einer von zwei Geschäftsführern der AEMtec GmbH, einem Berliner Unternehmen der Elektronikindustrie. Seit der Gründung im Jahr 2000 haben wir uns zum europäischen Marktführer in unserer speziellen Nische entwickelt und beschäftigen inzwischen mit mehr als 200 Mitarbeitenden ausschließlich am Standort Berlin.

Unsere Produkte sind zumeist sehr klein und es kommt auf das Zusammenspiel von Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie erfahrenen Fertigungsmitarbeitenden an. Dabei entstehen dann elektronische oder optoelektronische Baugruppen, die in vielen Geräten unserer Kunden wichtige Prozesse abbilden. Das sind zum Beispiel Detektoren für Computertomographen in der Medizintechnik, Module für Messtechnik in der Halbleiterindustrie oder der DNA-Sequenzierung.

Wie bewältigen Sie den jetzigen Corona-Neustart? Wie haben Sie Ihr Geschäftsmodell angepasst?
Wir hatten im vergangenen Jahr eher geringfügige Umsatzrückgänge. Dabei gab es große Unterschiede: Manche Kunden hatten enormen Zusatzbedarf und einige andere hatten deutliche Rückgänge. Wir haben die Zeit etwas geringerer Auslastung genutzt und die Digitalisierung innerhalb der Produktion vorangetrieben, um erfolgreich auf papierloses Handling aller notwendigen Dokumentationen umzustellen.

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Außerdem haben wir im Vertrieb verschiedene Webinare gemacht, um mit Kunden und Interessenten auch in der Coronazeit in engem Kontakt zu bleiben. Wir konnten wichtige Projekte vorantreiben und sind so mit einer sehr guten Auslastung in 2021 gestartet.

Was wünschen Sie sich?
Glücklicherweise waren wir nie von Schließungen betroffen, wir haben – sofern möglich – intensiv im Homeoffice gearbeitet und dabei größtenteils sehr gute Erfahrungen gemacht und werden viele Dinge, die aus der Not heraus entstanden sind, auch in Zukunft fortsetzen. In der Firma haben wir uns das Ziel gesetzt, im kommenden Jahr komplett CO2-neutral zu sein und arbeiten an der Umsetzung.

In der Krise haben wir uns bemüht, durch kleine Ideen für die Belegschaft – etwa ein Brettspiel für jeden Mitarbeitenden – und eine kleine Corona-Prämie die Stimmung hoch zu halten und gleichzeitig den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Das wünsche ich mir von allen: Bewahrt Euch den kleinen Einzelhandel, das sind viele Sozialkontakte, die wir lange vermisst haben.

Die Leistungsfähigkeit der Berliner Behörden war leider schon vor Corona ein großes Problem, und es ist im vergangenen Jahr nicht besser geworden: Stichwort Digitalisierung. Da muss endlich mutig und groß gedacht werden.

Die Fragen stellte Tanja A. Buntrock.

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