Raus aus der Isolation: Jetzt gibt es Geld für Betreuungslösungen. Foto: Jens Kalaene/dpa
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Berliner Kitakinder und Corona 45 Millionen Euro für Zusatzbetreuung

Das Warten hat ein Ende: Jetzt gibt es Geld für die individuelle Betreuung von Kita-Kindern mit Vorerkrankungen.

Niemand weiß bisher, um wie viele Kinder es geht, aber dass man ihnen und ihren Familien helfen muss, steht fest: 45 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss am Mittwochabend für den Nachtragshaushalt freigegeben, um angesichts der Corona-Pandemie „Betreuungssettings“ für Kita-Kinder mit Vorerkrankungen zu schaffen.

Das teilte Staatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Roman Simon am Donnerstag im Jugendausschuss mit. Unter welchen Bedingungen das Geld an die Kita-Träger fließt, wird jetzt verhandelt.

Die Jugendverwaltung hatte eindringlich für die Bewilligung der Gelder geworben und warnte vor der "zunehmenden sozialen Ausgrenzung dieser Kinder", die nicht in die Kita könnten. Betroffen hiervon seien vor allem auch Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf.
Vereinzelt nähmen Familien zur Überwindung dieser Situation "hohe persönliche Risiken in Kauf", um ihre Kinder in die Kita zu bringen. In jedem Fall führe dies zu erheblichen Belastungen für viele Berliner Familien und Kinder, die "unverzüglich mit hoher Dringlichkeit" beseitigt werden müssten, schreibt Klebba in ihrem Bericht an den Hauptausschuss.
Um diesen Kindern und Familien einen Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung im Berliner Kitasystem zu ermöglichen und damit auch den Rechtsanspruch zu erfüllen, bedürfe es zusätzlicher, teilweise auch "individueller Betreuungssettings". Diese Angebote sollten zugleich ein akzeptables Maß an Infektionsschutz und Teilhabe leisten.

Das Risikopersonal kann hier zum Einsatz kommen

Die Planungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sehen demnach vor, Betreuungsangebote unter Hinzuziehung von Fachkräften zu organisieren, "die unmittelbar oder mittelbar selbst einer Risikogruppe zuzurechnen sind". Auf diese Weise könne das Risikopersonal, in weiten Teilen wieder einer sinnvollen Betreuungsfunktion nachgehen 

„Wir wollen drei Gruppen helfen: den Kindern, ihren Eltern und den Fachkräften, die aufgrund eines Risikos nicht wie sonst arbeiten können,“ sagte Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf Anfrage. Das genaue Konzept werde noch erarbeitet, Gespräche mit der LIGA hätten begonnen", teilte die Behörde mit.

Berlins Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte sich für die Millionenhilfe eingesetzt. Foto: Britta Pedersen/dpa Vergrößern
Berlins Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte sich für die Millionenhilfe eingesetzt. © Britta Pedersen/dpa

"Das ist eine gute Entscheidung"

"Das kann eine große Hilfe sein und ist eine gute Entscheidung", lobte Martin Hoyer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband am Donnerstag.

Hingegen sagte Roman Simon von der CDU: "Ankündigungen helfen nicht, Jetzt ist Rot-Rot-Grün gefordert, schnell eine Lösung zu finden". Die Pandemie gebe es "nicht erst seit gestern".

Den vollständigen Bericht für den Hauptausschuss kann man HIER herunterladen.

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