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Schüler betreten am ersten Tag nach den Sommerferien den Eingang zum Rheingau Gymnasium in Berlin. In Brandenburg starten am Montag wieder alle Schüler im Präsenzunterricht. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Ausflüge, lockere Maskenpflicht, mehr Sport So starten die Berliner Schulen am Mittwoch in den Präsenzunterricht

Nach einem Gerichtsbeschluss dürfen auch in Berlin wieder alle Kinder in die Klassen. Bildungsverbände sind noch immer skeptisch, die Schulen vorbereitet.

Die Schulen sind vorbereitet, viele Kinder beherrschen das Testen mittlerweile im Schlaf. Ab Mittwoch kehren Berlins Schülerinnen und Schüler in den vollständigen Präsenzunterricht zurück. Damit hatte der Berliner Senat vergangene Woche auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin reagiert, der die Fortführung des Wechselunterrichts in halben Klassen für nicht mehr begründbar hielt.

Zu stark waren die Inzidenzen in den vergangenen Wochen abgesunken. In einem Schreiben an die Schulen bat die Bildungsverwaltung allerdings darum, die letzten zwei Schulwochen vor dem Beginn der Sommerferien vor allem als „Ankommenswochen“ zu gestalten.

„Die Schülerinnen und Schüler sollen neben dem Fachunterricht die Gelegenheit haben, sich in der ganzen Lerngruppe zu treffen, Kontakte (wieder) aufzunehmen, über Erlebtes zu sprechen und gemeinsame Aktivitäten vorzunehmen. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, Lernangebote im Freien zu machen“, heißt es in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Wichtig ist: Die Präsenzpflicht bleibt weiterhin ausgesetzt. Eltern, die ihre Kinder wegen des Infektionsrisikos nicht in die Schule schicken möchten, sind dazu also nicht gezwungen.

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An der Grundschule in der Köllnischen Heide laufen die Vorbereitungen für den Schulstart unterdessen längst. Astrid-Sabine Busse, Schulleiterin und Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen, sagte dem Tagesspiegel: „Unsere Bedenken sind natürlich noch da. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind noch nicht geimpft. Die Inzidenz unter den Kindern ist weiterhin hoch. Aber natürlich sind wir vorbereitet.“

Bildungsverbände hatten bis zuletzt vor dem Schulstart gewarnt

Eltern-, Lehrer-, Schüler- und Schulleiterverbände hatten bis zum Beschluss des Verwaltungsgerichts noch vor einer Rückkehr in den Präsenzunterricht gewarnt – zu hoch sei das Infektionsrisiko. Schulleiter schätzen, dass rund die Hälfte der Lehrer an vielen weiterführenden Schulen noch nicht geimpft ist.

Trotzdem ist Busse zuversichtlich: „Die Kinder sind mit dem Testen mittlerweile so geübt, die können das im Dunkeln. Wir können jetzt keine Lernrückstände mehr aufholen, die Noten stehen fest, aber wir werden Unterrichtsgänge außerhalb der Schule und auch Ausflüge machen.“

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Die Bildungsverwaltung legt in ihrem Schreiben Wert darauf, dass alle Hygieneregeln trotz der niedrigen Inzidenzen weiterhin gelten: Nur im Freien ist die Maskenpflicht aufgehoben. „Die Schülerinnen und Schüler, die täglich mehrere Stunden eine Maske tragen, sollen auf dem Pausenhof die Möglichkeit zum Durchatmen haben“, heißt es. Auch die Regeln für Sportunterricht, Arbeitsgemeinschaften und den Musikunterricht wurden gelockert - insbesondere im Freien.

Besonders für Abschlussklassen relevant dürften auch die Lockerungen bei den Zeugnisvergaben sein: Grundsätzlich sind Veranstaltungen bis 500 Personen im Freien wieder erlaubt, in Räumen bis zu 100. Viele Schulen sind trotzdem vorsichtiger.

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Busse sagte: „Die meisten Kinder bekommen ihre Zeugnisse ja im Klassenverband. Wir splitten die Veranstaltung für die Abschlusszeugnisse unserer Sechstklässler dieses Jahr auf. Jede Schule wird sehen, wie sie Veranstaltungen durchführt, die den Regeln entsprechen.“ Der Sommer und das gute Wetter kämen den Schulleitungen aber sehr entgegen.

Inzidenzen sind nirgendwo so hoch wie unter Schulkindern

Die Inzidenzen in den schulpflichtigen Altersgruppen sind inzwischen deutlich gesunken, auch wenn sie immer noch höher liegen als in allen anderen Kohorten. Die höchste Inzidenz gibt es bei den Fünf- bis Neunjährigen mit 57,3.

Zwei Wochen nach den Grundschulen sind am Montag in Brandenburg auch die weiterführenden Schulen wieder in den kompletten Präsenzunterricht gestartet. In den kommenden zweieinhalb Wochen vor den Sommerferien solle neben dem Lernen auch hier der soziale Zusammenhalt im Vordergrund stehen, hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) erklärt. Daher sind eintägige Ausflüge und Exkursionen erlaubt.

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