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Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft EasyJet ist im Abflug von der südlichen Start- und Landebahn des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg BER. Foto: Patrick Pleul/dpa
© Patrick Pleul/dpa

Aufbruch am BER Easyjet baut Hangar und fliegt wieder von Berlin nach Sylt

Die britische Fluggesellschaft Easyjet berappelt sich langsam nach der Coronakrise und will den wichtigen Standort Berlin wieder hochfahren.

Easyjet und die Berliner Flughafengesellschaft FBB haben einen Pachtvertrag für einen neuen Wartungshangar am BER unterschrieben. Die Billigairline will einen solchen erstmals außerhalb Großbritanniens bauen. Die Arbeiten sollen noch im Herbst beginnen, die Genehmigungsverfahren liefen, erklärte Deutschland-Chef Stephan Erler bei einer Pressekonferenz. Die Flugzeug-Wartung könne Anfang 2023 aufgenommen werden, wenn alles nach Plan läuft.

Die 10.000 Quadratmeter große Halle soll Platz für bis zu vier Maschinen vom Typ Airbus A321 gleichzeitig bieten, dem größten Modell in der Easyjet-Flotte. Entstehen soll sie zwischen dem Hangar der Lufthansa und dem ehemaligen Air-Berlin-Hangar, am äußersten westlichen Rand des BER-Vorfelds, der „Maintenance Area“.

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20 Millionen Euro Baukosten veranschlagt die Fluggesellschaft für das Areal. Das Vorhaben sei ein „Zeichen der Zukunftsfähigkeit unseres Standorts am BER“, sagte Erler. Einen Teil des Geldes schießt die hochverschuldete FBB vor. Sie erbringt eine Bauleistung, die über einen Mietvertrag von easyJet verzinst und abgezahlt wird. Die FBB-Investitionen im Kontext des easyJet-Hangars belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. "Der vereinbarte Rückzahlungszeitraum entspricht der Pachtlaufzeit und liegt bei 20 Jahren", teilt die Flughafenbetreiberin auf Anfrage mit. Die FBB wird für die Baustelleneinrichtung, die Erdarbeiten rund um das Gebäudefundament und die Infrastrukturanbindung zuständig sein. Den Bau und Design des Hangars übernimmt Easyjet.

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Die FBB-Investitionen sollen durch Mietzahlungen der Airline refinanziert werden. Die „Großinvestition“ zeige, wie attraktiv der Wirtschaftsstandort sei, kommentierte Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup die Zusammenarbeit. Sie sei auch für die Region ein deutliches Signal.

Illustration eines Hangars der britischen Fluggesellschaft Easyjet am BER. Foto: Easyjet Vergrößern
Illustration eines Hangars der britischen Fluggesellschaft Easyjet am BER. © Easyjet

Den Bau eines eigenen Hangars in Berlin betrachtet Easyjet als „nächsten logischen Schritt“. Bereits seit dem vergangenen Sommer führt sie die sogenannte „Line Maintenance“, die kleinere Checks und Reparaturen im laufenden Betrieb umfasst, auf dem BER-Vorfeld durch. Nun sollen auch umfangreichere Instandhaltungsarbeiten hinzukommen. Dabei könne die Station auch für außerplanmäßige Arbeiten Anlaufpunkt für die Flotte der Tochter „Easyjet Europe“ werden, die zuletzt rund 120 Flugzeuge umfasste.

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Berlin habe sich angeboten, da hier 18 Flugzeuge fest stationiert seien, kommentierte Erler. So könne die Flotte im laufenden Betrieb durchgetauscht und für regelmäßige Wartungsereignisse nach Berlin kommen. Auch sei die Flächenverfügbarkeit ein Pluspunkt Berlins.

Für den Standort Berlin, wo sich Easyjet seit dem Aus der Air Berlin als „Heimatairline“ bezeichnet, sind die Pläne gute Nachrichten. Im Sommer 2020 hatte die Fluggesellschaft infolge der Coronakrise noch einen Rückbau der BER-Basis verkündet. Die Zahl der stationierten Flugzeuge sank seitdem von 34 auf 18, von einst 1500 Mitarbeitern sind heute noch rund 900 an Bord. Wie viele neue Arbeitsplätze in Berlin entstehen sollen, darauf wollte sich Erler nicht festlegen.

Der Manager hatte auch Nachrichten für Sylt-Fans: Künftig fliegt Easyjet wieder zweimal wöchentlich direkt auf die Insel. 2019 hatte die Airline die einst beliebte Route wiederbelebt – wegen Corona aber gestrichen.

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