In ganz Europa führte die Polizei am Wochenende verstärkt Alkohol- und Drogenkontrollen durch. Foto: dpa
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Alexanderplatz Schlafenden Obdachlosen angezündet – zwei Männer vor Gericht

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"Es war nur ein dummer Scherz": Zwei Männer aus Polen zündeten ihren schlafenden Trinkkumpanen an. Der erlitt schwere Verletzungen.

Der Mann, der mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus kam, war ihr Kumpel: Pawel S. und Grzegorz R. sollen die Kleidung eines Schlafenden angezündet haben. Erst ein Hosenbein, dann das andere, schließlich auch das Hemd. Vor dem Landgericht zeigten sich die 38- und 23-Jährigen am Donnerstag gar nicht einig. S. bezichtige den Mitangeklagten. „Er ging mit dem Feuerzeug an das Bein von Tomasz.“ R. habe dabei laut gelacht. „Es sah aus wie ein dummer Scherz.“ Er selbst habe mehrfach gelöscht. „Mit Saft.“

Die beiden aus Polen stammenden Männer hatten am 31. Mai 2018 mit dem 45 Jahre alten Geschädigten am Alexanderplatz gezecht. Ihr Landsmann Tomasz R., der obdachlos war, schlief auf einer Parkbank in der Nähe des Fernsehturms ein. S. oder Grzegorz R. hätten gegen 21 Uhr das rechte Hosenbein des Bekannten angezündet, heißt es in der Anklage. Etwa eine Minute habe es gebrannt. Die Angeklagten hätten nicht eingegriffen, sie hätten vielmehr gelacht.

 Verbrennungen zweiten und dritten Grades

Die Flammen seien erloschen, als der 45-Jährige zu Boden fiel. Erneut sollen sich die Angeklagten mit einem Feuerzeug an seiner Kleidung zu schaffen gemacht haben. Erst als sie zwei Polizisten bemerkten, hätten sie den Geschädigten gelöscht. Der Mann hatte großflächige Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. „Folgeschäden sind zu erwarten“, heißt es in der Anklage wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung.

Pawel S. sagte, für ihn sei der 45-Jährige ein „richtiger Kumpel“ gewesen. Er habe manchmal tagelang mit dem Mann gezecht. „Wenn ich nüchtern war, fuhr ich nach Hause zu meiner Frau.“ Der Mitangeklagte habe den Mann lediglich wecken wollen. „Ich sah keine richtigen Flammen“, so Pawel S. Er sei zudem davon ausgegangen, dass er sie mit dem Saft richtig gelöscht hätte.

Seine Erinnerungen seien nicht vollständig. „Wir hatten alle sehr viel getrunken.“ Er könne nicht glauben, dass er zum Täter geworden sei. „Aber ich fühle mich schuldig, dass ihm solches Leid zugefügt wurde in meiner Gegenwart.“ Der Mitangeklagte will sich möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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