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Klimaaktivisten unterschiedlicher Bündnisse (Ende Gelände, Extinction Rebellion und Sand im Getriebe) auf der Baustelle der A100. Foto: Annette Riedl/dpa
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Update Aktionstage von „Gerechtigkeit Jetzt“ Berliner Polizei räumt von Klimaaktivisten besetzte A100-Baustelle

Mindestens 200 Menschen sind am Samstagvormittag auf das Gelände der Neuköllner A100-Baustelle vorgedrungen. Am Nachmittag begann die Polizei mit der Auflösung der Besetzung.

Zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten haben im Rahmen von Aktionstagen des Bündnisses „Gerechtigkeit Jetzt!“ einen Teil der A100-Baustelle im Berliner Südosten besetzt. Am Samstagvormittag seien die Aktivisten auf das Gelände der Baustelle vorgedrungen, teilte die Polizei mit. Es handele sich um rund 200 Personen. Laut dem Bündnis läuft die Aktion bei der Anschlussstelle Sonnenallee.

Bauarbeiten fanden dort ersten Erkenntnissen zufolge an diesem Samstag nicht statt. Ob dort gearbeitet werde oder nicht, sei zuvor nicht abzusehen gewesen, sagte eine Sprecherin des Bündnisses.

Bis zum Mittag verlief die Aktion friedlich und ohne Zwischenfälle. Die Polizei war mit wenigen Einsatzkräften vor Ort, die bis dahin nicht eingegriffen hatten. „Nur so viel, bis morgen bleibt hier niemand sitzen“, sagte ein Polizist vor Ort. Am frühen Nachmittag dann begannen die Polizisten, Personalien aufzunehmen, einzelne Aktivist:innen abzuführen oder auch wegzutragen und zu -schleifen. Zuvor waren sie per Lautsprecherdurchsage darüber informiert worden, dass die Besetzung als Hausfriedensbruch behandelt werde.

Laut eines Polizeisprechers lief der Einsatz noch bis in den späten Abend. Da sich viele Aktivist:innen verweigerten Auskunft über ihre Personalien zu geben und sich die Fingerkuppen so verschmutzten, dass keine Fingerabdrücke genommen werden konnten, seien sie festgestellt und in eine Gefangenensammelstelle gebracht worden. Um wie viele Aktivist:innen es sich genau handelt, konnte der Polizeisprecher am Samstagabend noch nicht angeben.

Die Aktivist:innen hatten auf der Baustelle ein Banner ausgerollt und Zelte aufgebaut. „A100 stoppen – Verkehrswende jetzt!“ stand auf einem der Transparente. Mit den Zelten wollen sie eine Verbindung der Themen Klimaschutz und Mietenpolitik herstellen. „Hier, wo Platz für dringend nötigen Wohnraum wäre, wird eine Autobahn für eine überholte Mobilitätsform gebaut. Wir fordern Wohnraum für alle statt Verkehrsprojekte ohne Zukunft“, sagte Pressesprecherin Lou Winters des Bündnisses Gerechtigkeit Jetzt.

Auch mit Rauchfackeln protestierten die Klimaaktivist:innen unterschiedlicher Bündnisse am Samstag. Foto: Annette Riedl/dpa Vergrößern
Auch mit Rauchfackeln protestierten die Klimaaktivist:innen unterschiedlicher Bündnisse am Samstag. © Annette Riedl/dpa
Nach Schätzungen des Tagesspiegel befanden sich gegen Mittag mindestens 200 Aktivist:innen auf der Baustelle. Foto: Annette Riedl/dpa Vergrößern
Nach Schätzungen des Tagesspiegel befanden sich gegen Mittag mindestens 200 Aktivist:innen auf der Baustelle. © Annette Riedl/dpa

Dem Bündnis „Gerechtigkeit Jetzt!“ gehören mehr als 30 soziale Bewegungen an. Zu deren Themen gehören Mietenpolitik, Agrarreformen, Klimagerechtigkeit oder Rassismus. Mit diversen Veranstaltungen begleitet die Bewegung die laufenden Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene von SPD, Grünen und FDP. Den Auftakt bildete am Freitag ein Protestmarsch von Fridays for Future, bei dem sich in Berlin laut Veranstalter rund 20.000 Menschen beteiligten. (mit dpa)

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