Zu Gast im Garten für den guten Zweck. Die Helferin und FU-Auszubildende Jule Lange (l.) mit Konstanze Grieben, der Leiterin des betreuten Wohnens. Foto: Cay Dobberke
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Aktionstage Gemeinsame Sache 2018 Charlottenburg-Wilmersdorf: So wird der Westen am besten

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Von den drei Aktionen am Freitag im Citybezirk profitieren jugendliche Flüchtlinge, Eltern und Kinder sowie Spaziergänger am Landwehrkanal.

Die Frei(willig)e Universität hilft im Garten

„Evin“ bedeutet auf Kurdisch „Liebe“ und auf Türkisch „Zuhause“. Der so benannte Jugendhilfeträger ist seit 1997 in mehreren Bezirken aktiv. An der Holsteinischen Straße in Wilmersdorf gibt es Platz für bis zu 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in betreuten Wohngemeinschaften und zusätzlich eine Erstaufnahmestelle. Hinter dem Haus hat der Verein neuerdings einen Garten. Am Aktionstag wurden Beete und eine Kräuterspirale angelegt. Dabei bekam das Team um die Chefin des Wohnprojekts, Konstanze Grieben, Hilfe aus der Freien Universität: Eine Gruppe von Lehrlingen, die sich an der FU zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (Fachbereich Bibliothek) ausbilden lassen, packte mit an. Auch einige der jungen Hausbewohner wurden zur Gartenpflege erwartet, waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs aber noch in der Schule.

Über Angebote für Eltern im Klausenerplatz-Kiez berieten Grit Höseler-Irmak (3.v.r.) und Charlotte Sauerland (2.v.r) im Stadtteilzentrum "Divan" mit Flüchtlingen. Foto: Cay Dobberke
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Wunsch-Workshop für Eltern

Mehr als ein gewöhnlicher Kieztreff ist das Interkulturelle Stadtteilzentrum Divan in der Nehringstraße nahe dem Klausenerplatz. Seine Zielgruppe sind Berliner ebenso wie geflüchtete Menschen und Zuzügler aus aller Welt. Auch ein Mehrgenerationenhaus gehört dazu. Nun wollte das Team um die Leiterin Grit Höseler-Irmak mehr über die Wünsche von Eltern erfahren. Beim Workshop sprachen die Chefin sowie Charlotte Sauerland, die ein Patenschaftsprojekt für Flüchtlinge führt, und ehrenamtliche Helfer mit iranischen Flüchtlingen. Als erstes stellte Höseler-Irmak erstaunt fest, dass "die uns noch gar nicht kennen, obwohl sie in einer Unterkunft im Kiez wohnen". Daher war man sich schnell einig darin, dass "Divan" mehr für sich werben muss. Auf die Wunschliste gelangten auch Gruppen- und Familienreisen, gemeinsame Schifffahrten, Tanzunterricht für Frauen, Eltern-Kind-Tanzgruppen, Musikunterricht sowie Fitnesskurse und Damensport. Nun will das Stadtteilzentrum prüfen, was davon schon durch seine bestehenden Angebote abgedeckt ist und was man zusätzlich umsetzen kann.

Hoch die Zangen: Das Team aus dem Intercontinental am Landwehrkanal. Foto: Mike Wolff
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Unser Ufer soll schöner werden

Gleich neben dem „Intercontinental“ an der Budapester Straße verläuft der Landwehrkanal, in der Sackgasse des Katharina-Heinroth-Ufers liegt der Personaleingang des luxuriösen Hotels. Und dort war am Freitag der Treffpunkt für einige Angestellte, die Gebüsche an beiden Ufern des Kanals säuberten. Den unerfreulichsten Fund machte der Technikchef des Hauses, Kai Genée: Mit seiner Holzzange barg er eine gebrauchte Heroinspritze. Schon seit fünf Jahren reinige man auch den Olof-Palme-Platz vor dem Zoo-Aquarium, sagte Hotelsprecherin Christiane Reisberger. Der Aktionstag wurde verbunden mit einer eigenen Aktion „Giving for good“, bei der alle Mitarbeiter der Hotelgruppe im September eine gute Tat vollbringen sollen. Jede davon belohnt das Unternehmen, indem es vier Dollar für wohltätige Zwecke spendet. Das Berliner Hotel ist regelmäßig auch auf andere Weise sozial tätig, zum Beispiel in der Obdachlosenhilfe.

Gute Miene zum bösen Fund: Kai Genée, technischer Leiter des Hotels, entdeckte einer Heroinspritze im Gebüsch. Foto: Cay Dobberke
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Alle Berichte zur Gemeinsamen Sache finden Sie auf unserer Themenseite: www.tagesspiegel.de/gemeinsamesache

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