Clubjubiläum. Im Außenministerium wird am Dienstag gefeiert. Foto: Markus Heine/dpa
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20 Jahre Berliner Diplomatenclub Aus Gästen sollen Freunde werden

Seit 20 Jahren erleichtert der Club "Willkommen in Berlin" beim Auswärtigen Amt den Angehörigen der hier stationierten Botschafter das Einleben in der Stadt.

Eine Freundschaft, angeknüpft beim Tee in der japanischen Botschaft. Oder beim gemeinsamen Opernbesuch. Beim Tennisspiel. Beim Kochen oder Wandern. Die Summe der Bande zwischen Menschen vieler Nationen, die durch die Arbeit des Diplomatenclubs „Willkommen in Berlin“ (WiB) in den letzten zwanzig Jahren geknüpft wurden, lässt sich schwer schätzen.

Während die jeweiligen Botschafter zwischen Terminen und Empfängen hin- und hereilen, haben es Angehörige oft schwer, in einem neuen Land Fuß zu fassen. Einen Freundeskreis für drei Jahre aufzubauen, auf diesen Zeitraum ist in vielen Ländern die Stationierung eines Diplomaten begrenzt, scheint eine Herausforderung zu sein. Und wen kann man fragen, wenn man sich nicht auskennt, die Sprache nicht versteht und keine Ahnung hat, wie man das Gastland in der Kürze der Zeit kennenlernen soll.

Seit 20 Jahren erleichtert der Berliner Diplomatenclub beim Auswärtigen Amt den Angehörigen der hier stationierten Botschafter das Einleben in Berlin, öffnet Türen, vermittelt Kenntnisse über die deutsche Kultur und Mentalität, schafft Gelegenheiten, Sprachkenntnisse zu erwerben oder zu vertiefen und stiftet jede Menge Freundschaften.

Es gibt also viel Anlass zum Feiern, wenn dieser Geburtstag am Dienstagabend im Weltsaal des Auswärtigen Amts mit etwa 300 Gästen zelebriert wird. Außenminister Heiko Maas hat die Schirmherrschaft übernommen, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, schickten Glückwünsche. Staatssekretärin Antje Leendertse hält die Festrede, und die Präsidentin des Clubs, Gundula Beyer-Zouboulis, will in ihrer Ansprache die Mission der ehrenamtlichen Mitglieder würdigen.

Um ihrem Dank für dieses Angebot Ausdruck zu verleihen, haben Botschaften und Regionalgruppen nicht nur ein Büfett mit internationalen Spezialitäten vorbereitet. Es wird auch jede Menge kultureller Darbietungen geben zwischen indonesischen Tänzen und der isländischen Sängerin Alfheidur Erla Gudmundsdottir, zwischen dem „Diplomatic Choir Berlin“ und einer Tanzgruppe aus Ecuador.

Aus Gästen sollen Freunde werden

Knapp 300 Veranstaltungen jährlich und Begegnungen in etwa 40 Gruppen zu den unterschiedlichsten Interessen bietet der Verein den diplomatischen Gästen. Mal kommen sie zusammen bei großen Empfängen, zum Beispiel im Kanzleramt oder im Schloss Bellevue, mal treffen sie sich bei Architekturspaziergängen oder Konzertbesuchen. Manchmal beginnen dabei Angehörige einander zu verstehen, die aus Ländern kommen zwischen denen es politische Probleme gibt, oder wo die Beziehungen gleich ganz fehlen.

Die ehrenamtlich tätigen aktiven Mitglieder sind zur Hälfte Partner oder Partnerinnen von Angehörigen des Auswärtigen Amts, die selber genau wissen, wie schwer es ist, in einem fremden Kulturkreis heimisch zu werden. Die andere Hälfte besteht aus Berliner Mitgliedern, die sich auskennen in der Region und ihre Netzwerke zu Institutionen und wichtigen Akteuren der Gesellschaft einbringen.

Sie alle eint der Wunsch, den ausländischen Gästen das Land näherzubringen und ein Forum für Völkerverständigung zu schaffen. Gegründet wurde WiB im Jahr des großen Regierungsumzugs, am 19. Mai 1999, als Nachfolgeorganisation von „Willkommen in Bonn“. Das Ziel ist dabei geblieben: Aus Gästen sollen Freunde werden. Und diese Freundschaft soll in alle Welt hineingetragen werden.

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